23.01.2020 17:47
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Luzern
Dreck von Baustellen im Wasser
Letztes Jahr seien der Luzerner Polizei 88 Gewässerverschmutzungen gemeldet worden, heisst es in einer Mitteilung. Dabei haben die Verschmutzungen durch Industrie und Gewerbe, etwa Baustellenabwässer, stark zugenommen.

Bei den 88 gemeldeten Fällen handelt es sich um eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr, indem 83 Fälle gemeldet wurden.  Ausserdem liegt die Zahl deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2018, in denen im Schnitt 74 Fälle gemeldet wurden.

Für 33 Fälle sind Industrie- und Gewerbe verantwortlich. Darin sind 20 Verschmutzungen durch Baustellenabwässer enthalten. 31 Verschmutzungen sind unter «Diverse» erfasst, worin neu auch zehn unnatürliche Trübungen eingerechnet werden.

Die 21 verbleibenden Fällen sind auf Einleitungen von Feststoffen oder Öl – etwa durch Ereignisse wie Verkehrsunfälle – oder Verschmutzungen durch Kanalisationsabwasser zurückzuführen. Die Zahl der von der Landwirtschaft verursachten Gewässerverschmutzungen blieb mit 21 Fällen gegenüber dem Vorjahr (20 Fälle) stabil. In drei Fällen konnten weder Verursacher noch die Ursache ermittelt werden.

Insgesamt acht Vorfälle hatten ein Fischsterben zur Folge. Davon konnten zwei Fälle auf die Einleitung von Gülle und ein Fall auf Baustellenabwasser zurückgeführt werden.

Verstösse gegen Umwelt- und Gewässerschutzauflagen auf Baustellen

Die Zahl der Gewässerverschmutzungen durch Baustellenabwässer hat gegenüber dem Vorjahr um 54 Prozent zugenommen. Die Anzahl der Fälle stieg auf 20 (Vorjahr 13). Mehr als die Hälfte der Verschmutzungen entstand durch das Eintragen von Bohrschlamm aus Erdsondenbohrungen. Vereinzelt entstanden die Verschmutzungen durch Firmen aus dem Baunebengewerbe.

Für die Baubewilligung und Kontrollen hinsichtlich Auflagen zu Umwelt- und Gewässerschutz auf den Baustellen sind die Gemeinden zuständig. Mit dem ZUBI (Zentralschweizerische Umwelt und Baustelleninspektorat) bieten die Zentralschweizer Umweltfachstellen den Gemeinden fachmännische Unterstützung und Beratung an.

Sensibilisierung ist wichtig

Die Nachfrage nach diesen Angeboten ist zurzeit noch gering. Die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) setzt sich gemeinsam mit dem Baumeisterverband Luzern (BVL) dafür ein, dass durch Beratung und Kontrollen die Umwelt- und Gewässerschutzauflagen auf Baustellen eingehalten werden. Zudem setzt der BVL auf die Sensibilisierung und Ausbildung seiner Mitglieder hinsichtlich Umwelt- und Gewässerschutz auf Baustellen.

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