13.11.2019 13:08
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Italien
Das Sterben der Olivenbäume
Ein Feuerbakterium bedroht die Olivenbäume in Italien. Ein Heilmittel gibt es noch nicht.

Das Bakterium Xylella fastidiosa, auf Deutsch auch Feuerbakterium genannt, ist nur einen tausendstel Millimeter gross, und doch sorgt es im Süden Italiens für eine Tragödie. Es setze sich in den Wasserleitungsbahnen von Olivenbäumen fest, vermehre sich dort und verstopft sie, berichtet SRF. Innert Monaten bis wenigen Jahren trocknet die Pflanze aus. 

Am stärksten betroffen ist die Region in Apulien. Apulien ist Italiens grösste Olivenregion. Allein im Salento stehen rund zehn Millionen Olivenbäume. Von ihnen sind etwa zwei Drittel von dem Bakterium befallen. 

Kaffeebäumchen aus Mittelamerika

Für die Produzenten ist das Feuerbakterium verheerend: Von 2013 bis 2018 sei die Produktion um 90 Prozent eingebrochen, so der Präsident des Bauernverbands Lecce, Gianni Cantele. Ins Land geschleppt wurde das Bakterium mit der Einfuhr von Kaffeebäumchen aus Mittelamerika nach Europa. 

Die befallenen Bäume müssten eigentlich ausgegraben und verbrannt werden, denn die Europäische Kommission hat Xylella fastidiosa als eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten überhaupt klassifiziert. Doch gegen den Kahlschlag setzen sich viele Bauern zur Wehr. 

Ein Heilmittel gegen Xylella gibt es noch nicht. Ein Forschungsprojekt der Universität Rom versuche, die Bäume zu behandeln und damit die schädlichen Bakterien im Innern im Zaum zu halten, berichtet SRF weiter. 

 

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