7.02.2013 13:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Brandstifter von Elgg zeigte «grosse kriminelle Energie»
Der ehemalige Feuerwehrmann von Elgg ZH habe bei seinen Taten eine «grosse kriminelle Energie» gezeigt, sagte der Richter am Donnerstag bei der Urteilseröffnung. Dennoch schickte er den 26-Jährigen vorerst nicht ins Gefängnis.

«Wenn wir Sie nun in den Strafvollzug schicken würden, ginge vieles kaputt», sagte der Gerichtsvorsitzende. Er verwies darauf, dass der Verurteilte mittlerweile wieder zu hundert Prozent bei seinem ehemaligen Arbeitgeber angestellt sei, eine feste Beziehung und ein gutes soziales Umfeld habe.

Bei Abbruch der Therapie sofort ins Gefängnis

«Wenn Sie aber ihre Therapie abbrechen, müssen sie sofort ins Gefängnis», appellierte er an den jungen Mann. Für das relativ milde Urteil waren gemäss Richter das Geständnis des Mannes, seine Einsicht und Reue sowie die Tatsache, dass es in vielen Fällen bei einem Versuch zur Brandstiftung geblieben war, mitentscheidend.

Der Staatsanwalt hatte dem Angeklagten 30 Brände zur Last gelegt und eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert. Nur 19 Brandstiftungen gestand der 26-Jährige. In den elf bestrittenen Fällen wurde er am Donnerstag nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen.

Verteidiger: Chance für Mandanten

Ob das Urteil weitergezogen wird, ist noch offen. Er müsse zuerst das schriftliche Urteil studieren, sagte der Staatsanwalt im Anschluss an die Verhandlung. Der Verteidiger sprach von einer grossen Freude. «Ich bin froh, dass das Gericht so entschieden hat und meinem Mandanten eine Chance gibt.»

Der damalige Feuerwehrmann hatte zwischen Februar 2011 und Januar 2012 in Elgg ZH mehrere Brände gelegt und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Die Richter sprachen von einem regelrechten «Psychoterror» gegen die Bevölkerung.

Die grössten Brände, etwa jene einer Reithalle, einer Tankstelle oder einer Jagdhütte, konnten dem Mann nicht nachgewiesen werden. Das Gericht sei in diesen Fällen zwar nicht restlos von der Unschuld des Täters überzeugt, die Indizien hätten Schuldsprüche aber nicht zugelassen, sagte der Richter.

Das Winterthurer Bezirksgericht verurteilte den 26-Jährigen am Donnerstag zu 2,5 Jahren Freiheitsentzug unbedingt. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu Gunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben, wie die Richter entschieden. Schuldsprüche erliess das Gericht für die 19 Fälle, die der Beschuldigte gestanden hatte. Weitere elf Fälle, die ihm zur Last gelegt worden waren, stritt er ab. In diesen Fällen wurden er freigesprochen.

Ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin attestierte dem Verurteilten eine erhebliche Rückfallgefahr, falls seine Probleme nicht behandelt werden. Der Verteidiger hatte auf eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten plädiert, aufgeschoben zu Gunsten einer Therapie. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Freiheitsentzug gefordert.

Der ehemalige Feuerwehrmann hatte zwischen Februar 2011 und Januar 2012 in Elgg ZH mehrere Brände gelegt. Er zündete Holzbeigen und Häuser an und versetzte die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Personen waren glücklicherweise nie zu Schaden gekommen.

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