20.07.2016 09:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Beschlagnahmt wegen Platzmangel
Am Dienstag beschlagnahmte das Veterinäramt des Kantons Bern bei Landwirt Konrad Straubhaar 50 Rinder. Die Tiere waren in zu engen Raum untergebracht. Der Bauer baut derzeit einen neuen Stall. Er möchte die Tiere bald zurückholen.

Am Dienstag löste der Veterinärdienst mit Unterstützung der Kantonspolizei Bern in Thun bei Landwirt Straubhaar eine Rindviehhaltung auf. Der Polizeieinsatz sei von Gesetzes wegen vorgeschrieben, erklärt Kantonstierarzt Reto Wyss der „Berner Zeitung“.

Hof in Thun verkauft

Der „vorsorglichen“ Beschlagnahmung ging ein längeres Tierschutzverfahren voraus. Der Tierhalter hat Fristen zur Reduzierung des Tierbestandes mehrmals missachtet. „Kälber, Kühe und Stiere waren auf zu engen Raum in ungeeigneten Haltungseinrichtungen untergebracht“, präzisiert Wyss. Die Stallungen haben also den Anforderungen der Tierschutzgesetzgebung nicht mehr entsprochen.

Straubhaar hat seinen Hof in Thun der Stadt für 1,5 Millionen Franken verkauft. Auf einem Teil des rund 8000 Quadratmeter grossen Areals rund um den Betrieb soll ein Krematorium gebaut werden. Die übrige Fläche wird einer Wohnüberbauung zugeführt.

Mit dem Geld aus dem Verkauf hat sich Straubhaar in Riffenmatt BE einen neuen Hof gekauft. Dort baut er einen neuen Stall, doch es gibt Verzögerungen. „Der neue Stall eignet sich nicht für die Tiere, da er noch im Bau ist“, führt der Kantonstierarzt aus. Bei der Beschlagnahmung seien die Tiere nicht stark vernachlässigt gewesen, betont Wyss.

Verzögerungen bei neuem Stall

Die rund 50 Tiere wurden nach Amsoldingen und Uebeschi umplatziert. Die Tiere bleiben im Besitz von Straubhaar, der auch für den Unterhalt aufkommen muss. Er hat nun mehrere Tage Zeit, zur Beschlagnahmung Stellung zu beziehen oder Beschwerde einzureichen.

Konrad Straubhaar hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Der 57-Jährige war ob der Beschlagnahmung seiner Mutterkuhherde nicht erfreut. Bei der Umplatzierung war er mit dabei. „Die Rinder befinden sich jetzt in grossen Stallungen mit Auslauf und haben es gut“, sagt er gegenüber der „Berner Zeitung“.

Will Tiere so rasch als möglich zurück

Mit dem Neubau in Riffenmatt gäbe es Probleme und Mehrkosten, hält er fest. Er räume nun aber seinen Hof in Thun und stelle den Bau der Stallungen am neuen Ort fertig. „Mein Ziel ist es, die Tiere in paar Tagen zurückzuhaben“, so sein Wunsch.

Kantonstierarzt Wyss lässt sich nicht auf die Äste hinaus. „Wie es weiter geht, kann erst entschieden werden, wenn die Frist abläuft und klar ist, was Konrad Straubhaar vorschlägt“, so Wyss.

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