5.11.2015 11:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Bauern Opfer von Teerbetrügern
Im Kanton Bern wurden in den vergangenen Wochen mehrere Bauern von ausländischen Bauarbeitern bedroht und geschädigt. Das Anbieten dieser Arbeiten ist nicht verboten.

Die Masche ist meist dieselbe. Bauarbeiter ausländischer Herkunft tauchen plötzlich auf den Höfen auf und machen den Besitzern ein günstiges Angebot. So auch im bernischen Uettligen vor zwei Wochen. Ein Mann fuhr auf den Hof von Christian Willener. Dieser sprach Englisch und nur gebrochen Deutsch.

Aggressive Arbeiter

Er habe noch eine kleine Menge Teer übrig, sagte der Bauarbeiter gegenüber dem Landwirt. Willener hatte Bedarf. Die Zufahrt zu seinem Hof sollte mit einem Belag überzogen werden. Und das Angebot war attraktiv. Pro Quadratmeter verlangte der Bauarbeiter einen Preis von 40 Franken. „Ich zeigte dem Mann die Stelle“, erklärte der Willener gegenüber der „Berner Zeitung“.  Insgesamt ging der Berner von Kosten von 2000 Franken aus.

Er sollte sich gewaltig täuschen. Ein Bautrupp kreuzte kurze Zeit später auf dem Hof auf und begann zu teeren. Doch statt der vereinbarten 50 Quadratmeter wurde dreimal so viel Teer verbaut. Der Landwirt will eingreifen, doch die britischen Arbeiter wurden aggressiv und setzten die Arbeiten unvermindert fort. Willener rief die Polizei. Diese nahm die Personalien auf.

Doch die Männer liessen sich nicht einschüchtern. Drei Tage später kehrte ein Mitglied des Bautrupps zurück. Der Landwirt und der Mann diskutierten. Sie einigen sich auf einen Kompromiss. Der Landwirt zahlte 2800 statt 2000 Franken. Das Auftauchen der Polizei hat den Deal vermutlich erst ermöglicht.

Bauer reichte Anzeige ein

Ganz in der Nähe spielte sich kurze Zeit später ein identischer Fall ab. In Wohlen tauchten ebenfalls englischsprechende Bauarbeiter auf. Dem Schweinebauer Alfred Bürki machten sie das Angebot, Teerarbeiten für 40 Franken pro Quadratmeter durchzuführen. Und auch hier hielten sie sich nicht an die Abmachung. Statt einer kleiner Fläche überzogen sie am nächsten Tag den ganzen Hausplatz mit einem Belag – Kostenpunkt: Weit mehr als 10‘000 Franken.

Die Männer wollten das Geld in bar und bedrohten den Landwirt. Am nächsten Tag tauchten die Arbeiter wieder auf. Bürki rief die Polizei, die Männer wurden verhaftet. Doch sind wieder auf freiem Fuss. Bürki will sich wehren. Er werde den Teer wieder ausbauen lassen. Dies von einem Unternehmen, das er kenne, sagte er gegenüber der „Berner Zeitung“. Zudem hat er Anzeige wegen Bedrohung eingereicht und eine Privatklage deponiert.

Solche Arbeiten sind nicht verboten

Die Kantonspolizei Bern sagte gegenüber dem „Blick“, dass solche Arbeiten nicht verboten seien. Die gesetzliche Handhabe sei gering. Weitere Vorfälle sind der Polizei bekannt. Nach einer Einigung fahren die Bautrupps auf, beginnen mit der Arbeit. Meist sprechen sie Englisch. Sie seien oft mit gemieteten Fahrzeugen unterwegs und verfügten über keine Arbeitsbewilligung, erklärt die Polizei gegenüber der „Berner Zeitung“.

Vor allem während der warmen Jahreszeit kommt es zu einer Häufung. Bereits 2013 haben sich ähnliche Fälle abgespielt.

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