21.01.2013 11:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Bauer vor Gericht - Dieser soll Hanfdieb erschossen haben
Vor dem Gericht in Bern hat am Montag der 50-jährige Bauer ausgesagt, der vor gut zwei Jahren in Schwarzenburg einen mutmasslichen Hanfdieb erschossen haben soll. Dem Mann wird vorsätzliche Tötung, eventuell Totschlag vorgeworfen.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 21. Dezember 2010. Drei Männer versuchten auf dem abgelegenen Hof des Bauern Hanf zu stehlen. Dabei wurden sie vom Besitzer überrascht.

Warnschuss abgegeben

Als das mit der Überwachungsanlage verbundene Handy Alarm geschlagen habe, sei er sofort aufgestanden und habe zum Gewehr gegriffen, sagte der Beklagte vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland. Er habe zur Haustür hinausgehen wollen, doch sei diese von aussen versperrt worden.

Deshalb sei er in die Küche gegangen, wo er ein Fenster geöffnet und einen Warnschuss in Richtung Wald abgegeben habe. Danach hätten die Eindringlinge Steine nach ihm geworfen.

Zweiter Schuss

Der Bauer sah nach eigenen Angaben, wie in der Dunkelheit plötzlich eine Person wegrannte. Da habe er nochmals abgedrückt, sagte der Beklagte. Diese Reaktion könne man im Nachhinein nicht nachvollziehen. Aber er sei in einer Paniksituation gewesen, alles in ihm habe geschlottert.

Die Untersuchungen ergaben, dass der Bauer aus einer Distanz von rund 25 Metern einen gezielten Schuss auf einen der Flüchtenden abgab. Der 32-jährige Mann erlitt tödliche Verletzungen.

Nach der zweiten Schussabgabe gelangte der Bauer über die Terrassentür ins Freie, wie er sagte. Alles sei ruhig gewesen. Erst später habe er in der Entfernung die Sirene von einer Ambulanz oder der Polizei gehört und gedacht, allenfalls könnte dies mit dem Vorfall auf seinem Hof zu tun haben. Bei der Polizei meldete sich der Hofbesitzer dann am Morgen.

Warnschüsse seien für ihn normal gewesen, zumal es seit 2010 immer mehr Einbrüche bei ihm gegeben habe, sagte der Bauer, der keinen Hanf mehr anbaut. Die Absicht sei es aber nicht gewesen, die Eindringlinge zu treffen, sondern sie zu vertreiben. Das Urteil im Prozess wird am Donnerstag erwartet.

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