9.01.2013 17:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dapd/afp/dpa
Australien
Australien: Trotz Abkühlung Warnung vor neuer Hitzewelle
Eine leichte Abkühlung hat der australischen Feuerwehr am Mittwoch Entlastung im Kampf gegen die rund 200 Buschbrände im Südosten des Landes verschafft. An manchen Stellen errichteten sie Erdwälle, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Meteorologen warnten jedoch, die seit Tagen währende Hitzewelle werde sich in den kommenden Tagen weiter fortsetzen. Der Montag war mit einem landesweiten Durchschnittswert von 40,33 Grad Celsius der heisseste, der Dienstag der drittheisseste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen in Australien. Insgesamt wurden seit dem ersten Januar die vier der zehn höchsten Durchschnittstemperaturen gemessen.

Buschbrände werden noch zu grosser Herausforderung

Zwar sanken die Messwerte am Mittwoch in der Hauptstadt Canberra von 36 Grad am Dienstag auf 28 Grad und in Sydney sogar von 43 auf 23 Grad. Trotz der Abkühlung im Süden wurde aber auch am Mittwoch mit Rekordtemperaturen gerechnet, da die Hitze im Norden und in der Mitte des Landes zugenommen hatte. Am Freitag sollten auch im Süden des Landes die Temperaturen wieder steigen.

Bei der vorherrschenden Hitzewelle handle es sich in ihrer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung sowie in ihrer Intensität um die bedeutendste in der Geschichte des Landes, sagte der Meteorologe David Jones. Die Buschbrände würden aufgrund der Hitze noch zu einer grossen Herausforderung, sagte er.

Suche nach Vermissten in Tasmanien geht weiter

Tausende Feuerwehrleute waren am Mittwoch weiter im Einsatz, um die vielen kleinen Brandherde einzudämmen. Alleine im Bundesstaat New South Wales kämpften sie gegen 141 Brände, mindestens 30 davon konnten noch nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Hinweise auf mögliche Todesopfer lagen nicht vor, aber im Bundesstaat Tasmanien suchten die Rettungsmannschaften noch nach rund 100 Vermissten. Im Süden der Insel seien seit Freitag rund 130 Häuser den Flammen zum Opfer gefallen und mehr als 800 Quadratkilometer Land verbrannt, teilte die Polizei mit.

Trotz Gefahren ignorierten Tausende Hausbesitzer die Aufforderungen der Behörden, vor den Flammen zu fliehen. Die meisten Menschen nähmen die Warnungen der Behörden zwar ernst, «aber es gibt immer einige, die es besser wissen», sagte Rob Rogers von der Feuerwehr von New South Wales dem Fernsehsender ABC.

Premierministerin: Brandbekämpfung hat Priorität

Premierministerin Julia Gillard erklärte angesichts der aktuellen Brände, noch habe die Brandbekämpfung Priorität. Anschliessend  «gehenwir zur Phase des Wiederaufbaus über». Die Regierungschefin rief für 37 Regionen den Notstand aus, damit sie staatliche Hilfen erhalten.

Buschbrände sind während des australischen Sommers keine Seltenheit. Im Februar 2009 kamen bei Feuern im Bundesstaat Victoria 173 Menschen ums Leben, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE