4.08.2019 10:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Ausländische Arbeitskräfte gesucht
In Australien fehlt es an Arbeitskräften, insbesondere in der Landwirtschaft. Nun will die Regierung die Visabestimmungen lockern.

In Australien fehlt es an Arbeitskräften, insbesondere in der Landwirtschaft. Nun will die Regierung die Visabestimmungen lockern. Die Regierung in Australien will ihre Visabestimmungen lockern, um mehr saisonale Arbeitskräfte für ländliche Regionen zu gewinnen.

Laut Presseberichten ist geplant, 13 weitere Länder in das Visaprogramm „work and holiday“ einzubeziehen. Dazu zählen unter anderem Indien, Brasilien, Mexiko und die Philippinen, aber auch Staaten der Europäischen Union wie Lettland, Litauen und Kroatien. Im Juli wurden bereits Griechenland und Ecuador in das Programm aufgenommen; für andere Länder wurden die Obergrenzen angehoben. Zudem ist es den Teilnehmern ermöglicht worden, ein drittes Jahr in Australien zu bleiben.

Programm "working holiday"

Kürzlich wurde auch eine Reihe von Werbevideos in den weltweiten sozialen Medien veröffentlicht, die Australien als „den besten Arbeitsplatz der Welt" bezeichnen. Einwanderungsminister David Coleman erklärte, dass mit den Änderungen der Arbeitskräftemangel in regionalen Gebieten, insbesondere in landwirtschaftlichen Betrieben, behoben werden solle. Teilnehmer am Programm „working holiday“ würden tiefer in regionale Gebiete reisen als die meisten anderen internationalen Besucher und dort auch erhebliche Geldbeträge ausgeben, so der Minister.

Deutsche und andere Staatsangehörige wie Schweden sind von den Änderungen nicht betroffen, da deren Arbeitserlaubnis für Saisonarbeitskräfte im Rahmen des „417-Visum-Systems“ erteilt wird, in dem es keine Teilnehmerobergrenzen gibt. Das Programm „working and holiday“ ist eher an Entwicklungsländer gerichtet. Aufkommenden Befürchtungen, es würden nun mehr gering qualifizierte Wanderarbeiter ins Land kommen, trat Coleman entgegen, denn Bewerber müssten über Englischkenntnisse und ein gewisses Bildungsniveau verfügen.

Noch nicht die perfekte Lösung

Der Experte für Arbeitsfragen beim nationalen Bauernverband, Ben Rogers, begrüsste die Visalockerung als Massnahme, „die das ernste Problem des Arbeitskräftemangels in der Landwirtschaft angeht“. Er sei jedoch der Auffassung, dass sowohl die bisher erfolgten Änderungen als auch die geplante Erweiterung des Programms „working and holiday“ noch nicht die „perfekte Lösung" seien.

Nötig sei die vom Bauernverband schon lange geforderte Einführung eines speziellen Visums für landwirtschaftliche Arbeitskräfte. Laut Regierung hatten im März etwa 150 000 Menschen ein Working-Holiday-Visum in Australien; das Programm wurde in den vergangenen fünf Jahren allerdings immer weniger genutzt.  

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