12.05.2017 09:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Weltall
Asteroiden-Einschlag vermeiden
Der Raumfahrer-Verein Association of Space Explorers (ASE) hält derzeit seine Jahrestagung in Genf. Mit dabei ist der Schweizer Astronaut Claude Nicollier. Am Rande des Treffens äusserte er sich zur Schweiz als Weltraum-Nation und der Gefahr von Asteroiden für die Welt.

Die Wahrscheinlichkeit eines Asteroiden-Einschlags auf der Erde liegt laut Nicollier bei 100 Prozent. «Das passiert nicht morgen oder in zehn Jahren, aber vielleicht in 50 oder hundert Jahren. Wir müssen darauf vorbereitet sein», sagte der Professor der ETH Lausanne am Donnerstag. Diese Botschaft will die ASE bei den Meinungsträgern verbreiten.

Asteroiden seien Himmelskörper von relativ kleiner Dimension, die oft recht nahe an der Erde vorbeifliegen. Ein Einschlag auf der Erde würde dennoch «bedeutende Schäden von globalem Ausmass oder jedenfalls an einem Kontinenten oder einem grossen Land anrichten».

Gute Nachricht

Nicollier erwähnt insbesondere Tsunamis im Falle eines Einschlages in einem Ozean. Ein Asteroid könnte sogar das Leben auf Erden auslöschen. Die gute Nachricht: Laut Meinung der Raumfahrer besteht die Möglichkeit, die Himmelskörper frühzeitig zu entdecken und zu intervenieren. Ihre Flugbahn könne verändert und eine Kollision damit verhindert werden.

«Man muss mit einem Raumschiff auf der Oberfläche des Asteroiden landen und dort einen Motor mit Ionen-Antrieb installieren», erklärte Nicollier. Der Motor, der wenig Treibstoff braucht, könnte den Asteroiden im Verlauf von Jahren oder gar Jahrzehnten auf eine neue Flugbahn bringen.

Der Schweizer Raumfahrer äusserte sich am Rande des ASE-Jahrestreffens, zu dem zwölf Astronauten nach Genf gereist sind. Der dreitägige Anlass dauert noch bis Samstag. Der Verein zählt in Europa 49 Mitglieder und 550 weltweit. Zugelassen sind ausschliesslich Astronauten, die mindestens einmal die Erde komplett in einem Raumfahrzeug umrundet haben.

Talent und Glück

Bislang ist Nicollier der einzige Schweizer Astronaut. An Nachwuchs mangle es zwar nicht. «Es gibt viele Junge, die die Motivation und das Talent mitbringen, doch es gibt wenig Plätze in Europa», sagte der 72-Jährige. Es brauche Glück, um die Selektion der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zu überstehen.

Die Schweiz sei aber auch ohne Astronauten ein echtes Raumfahrts-Land, findet Nicollier. Er erwähnt dabei Nischen etwa in der Uhrenindustrie, der Präzisionsmechanik, der Mikrotechnologie und der Mikrotechnik. Viele Unternehmen würden als Raumfahrtzulieferer arbeiten.

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