28.09.2020 12:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Frankreich
6000 Schafe und Kühe eingeschneit
Am vergangenen Wochenende setzte der Winter eine erste Duftmarke. Es schneite bis auf 1000 Meter hinunter. In den französischen Alpen wurde der Wintereinbruch für insgesamt 6000 Schafe und Kühe zum Verhängnis.

Gemäss Meteorologen kommt es Ende September immer wieder zu Kaltluftvorstössen und damit zu Schneefällen bis in mittlere Lagen. 

Auf Pass eingeschneit

Aussergewöhnlich waren jedoch die Mengen.  Gemäss SRF Meteo fällt im September selten so viel Schnee. In Crans-Montana VS kam es sogar zu einem Rekord - dort fielen am Samstag 25 Zentimeter Schnee. In Davos gab es 26 Zentimeter Schnee. Die Messungen liegen für diese beiden Orte seit 1931 vor.

Zünftig geschneit hat es auch in den französischen Alpen. Der Bürgermeister von Saint-Colomban-des-Villards nordöstlich von Grenoble hat an Sonntag einen Krisenstab eingerichtet, berichtet der TV-Sender «Euronews». Grund dafür: Auf dem Glandon-Pass auf rund 1900 Metern über Meer wurden 6’000 Schafe und 100 Kühe richtiggehend eingeschneit. Sie stecken auf den Weiden fest.

Rettung erst in einer Woche

Gemäss «Euronews» liegen auf 1500 Meter Höhe zwischen 30 bis 50 Zentimeter Schnee. In höheren Regionen wurden Schneeverwehungen von bis zu 2 Meter Höhe gemessen. Ein eiskalter Wind macht die Sache nicht einfacher. Letztmals wurden in den 1970-er Jahren im September solche Schneemengen gemessen.

Weil die Tiere aufgrund der eingeschneiten Wege und Strasse erst in rund einer Woche ins Tal gebracht werden können, werden die Kühe und Schafe mit Futter versorgt. Gemäss franzöischen Medien wurden 6 Tonnen Futter zu den Tieren transportiert. Alle Tiere konnten versorgt werden.

Gemäss Bürgermeister Pierre-Yves Bonnivard dürfte der Alpabzug länger dauern. Pro Tag können bestenfalls eine Herde ins Tal gebracht werden. Erschwert wird der Abtrieb durch die vielen trächtigen Schafe, die in den kommenden Tagen und Wochen ihre Jungen zur Welt bringen sollten.

Die Wetteraussichten sind nicht optimal. Am Sonntag wurden auf dem Glandon-Pass -6 Grad gemessen. Und für Donnerstag sind weitere Schneefälle prognostiziert. 

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