1.01.2018 18:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
2018: Was beschäftigt die Landwirtschaft am meisten?
Das Jahr 2018 ist erst wenige Stunden alt. Wir möchten bei unserer Umfrage der Woche wissen, welches Thema die Landwirtschaft am meisten beschäftigen wird. Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Das Jahr 2017 ist am Sonntag zu Ende gegangen. Im vergangenen Jahr standen unter anderem die Themen Ernährungssicherheit, Grenzschutzabbau, Nachfolgelösung für das Schoggigesetz und die Produzentenpreise für Molkereimilch im Vordergrund.

Auch 2018 dürfte die Landwirtschaft wieder im oft im Gespräch sein. Wir rücken einige Themen für unsere Umfrage der Woche in den Vordergrund. Selbstverständlich ist unsere Auswahl nicht abschliessend.

Initiativen gegen Pestizide

Im Fokus geraten dürften 2018 die Pflanzenschutzmittel. Die «Trinkwasser-Initiative», die im Januar eingereicht werden wird, fordert, dass nur Bauernbetriebe, die ohne Pestizide produzieren und ihren Tieren nicht vorbeugend Antibiotika verabreichen, vom Staat künftig unterstützt werden sollen.

Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» will den Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verbieten. Verboten werden soll auch die Einfuhr von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind. Für Georg Bregy vom Schweizer Obstverband ist deshalb klar, dass dort der politische Schwerpunkt gelegt wird. ««Diese beiden Initiativen werden wir mit allen Mitteln bekämpfen», sagt er gegenüber «Schweizer Bauer».

Hornkuh-Initiative

Ebenfalls zu reden geben dürfte Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» von Bergbauer Armin Capaul. Die Hornkuh-Initiative will erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke finanziell gefördert werden. Der Bergbauer aus dem Berner Jura schwebt einen Richtwert von rund 500 Franken pro Kuh und Jahr. Bei den Ziegen möchte er einen Beitrag von 100 Franken pro Jahr. Der Ständerat hat die Initiative mit 28 zu 8 Stimmen bei 8 Enthaltungen abgelehnt. Das Thema «Hornkuh» dürfte auch 2018 für Schlagzeilen sogen. Denn vor allem innerhalb der Landwirtschaft ist das Begehren von Capaul sehr umstritten.

Grenzschutz

Die Gesamtschau «zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik», die der Bundesrat am 1. November präsentierte, schlug ein wie eine Bombe. Die Landesregierung will neue Freihandelsabkommen abschliessen und deshalb den Grenzschutz abbauen. «Die Schweizer Landwirtschaft ist heute nicht nur mit hoher finanzieller Stützung unterwegs, sie hat auch einen Grenzschutz, der nicht weiter aufrechterhalten werden kann.» Und der Agrarminister doppelte nach: «Wir wollen die Landwirtschaft wettbewerbsfähiger machen.» Diese Aussagen sorgte in der Landwirtschaftsbranche für scharfe Kritik. Der Bauernverband will daran arbeiten, die vom Bundesrat geplante Marktöffnung abzuwehren und die Agrarpolitik sinnvoll weiterzuentwickeln, sagte Sprecherin Sandra Helfenstein vergangene Woche gegenüber «Schweizer Bauer».

Faire Produzentenpreise

Ein wichtiges Thema in diesem Jahr dürfte auch die Produzentenpreise sein. «Wir wollen die Wertschöpfung auf den Betrieben sowie den unternehmerischen Handlungsspielraum der Bauern erhöhen. Ein Stichwort dazu ist fairer Handel – auch in der Schweiz», sagt Sandra Helfenstein vom Bauernverband. Ein Beispiel dafür ist die im vergangenen Dezember lancierte «Di fair Milch Säuliamt». Der Produzentenpreis soll kostendeckend sein, teilen die Initianten mit. In den vergangenen Monaten kämpften vor allem die Milchbauern mit nicht kostendeckenden Preisen. 

Drohende Ferkelkrise

Per Ende August 2018 ist in den Schweineställen Schluss mit Vollspaltenböden. Die Tierschutzverordnung verlangt, dass Bauern bis dann ein Zweiflächensystem eingebaut haben. Gemäss Schätzungen der Schweizerischen Schweinehandels-Vereinigung und der Suisseporcs werden rund 60‘000 Mastplätze aus der Produktion wegfallen. Ab Juni 2018 werden entsprechend weniger Jager eingestallt. Mäster, die in bestehenden Ställen weiterproduzieren, können zudem 30 Prozent weniger Jungtiere einstallen. Die Nachfrage nach Jagern wird also im kommenden Sommer einbrechen. Es droht ein massiver Ferkelüberschuss.

Was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser? Welches Thema dürfte die Landwirtschaft am meisten beschäftigen? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab

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