29.01.2017 17:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
2017 bisher zu trocken und zu kalt
Neblig, trocken und kalt: So präsentierte sich der meteorologische Start ins neue Jahr. Der Hochnebel blockte die Sonne ab, der zu geringe Niederschlag führte in vielen Flüssen zu Niedrigwasser und die Anzahl Eistage überstieg die Durchschnittswerte bei Weitem.

Manch wetterfühliger Mensch im Flachland wird festgestellt haben, dass sich die Sonne nur selten zeigte. Tatsächlich machte sie sich rar: Im Mittelland gab es an vielen Orten vom 17. bis 26. Januar keinen einzigen Sonnenstrahl, wie SRF Meteo am Sonntag mitteilte. Die Hochnebeldecke blieb konstant zu.

In den Bergen sonnig

Wenngleich es sich anders anfühlte: Die Sonnenstatistik sieht nicht besonders schlecht aus. Auch im Mittelland wurden zwischen 50 und 80 Prozent des üblichen Sonnenscheins registriert. Dies wegen den sonnigen Phasen zu Beginn und am Ende des Monats.

Sonnenhungrige kamen aber insbesondere in den Bergen auf ihre Kosten. Dort sorgten Hochdruckgebiete für einen Überschuss an Sonnenstunden bei blauem Himmel und verschneiter Landschaft. Am sonnigsten war es auf dem Monte Generoso im Südtessin mit mehr als 180 Stunden Sonnenschein.

Niedrigwasser wegen grosser Trockenheit

Der Januar war zudem deutlich zu trocken. Im Norden gab es verbreitet nur 20 bis 50 Prozent des üblichen Niederschlags, im Süden waren es meist gar nur 10 Prozent. Konkret waren es in Locarno beispielsweise 5,5 Millimeter, in Lugano 7,1 Millimeter Niederschlag. Weil es bereits im Dezember sehr trocken war, führen viele Flüsse nun Niedrigwasser.

Die langanhaltende Trockenheit gepaart mit der dichten Hochnebeldecke trieb die Feinstaubwerte im Tessin in die Höhe. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ist die Situation dort kritisch. Die Bevölkerung ist angehalten, nach Möglichkeit auf das Privatauto zu verzichten sowie die Heizungen zu drosseln. Um eine noch schlimmere Verschmutzung zu verhindern, würden zu Beginn der nächsten Woche schärfere Massnahmen angeordnet.

Viel mehr Eistage als üblich

Im Januar war es insgesamt rund drei Grad zu kalt: Seit dreissig Jahren waren die Temperaturen im Januar nicht mehr so tief wie dieses Jahr. In Aarau wurden beispielsweise 16 Tage registriert, an welchen die Temperatur konstant unter dem Gefrierpunkt lagen. Normal wären rund sieben Tage. Ähnlich sah es in Pully am Genfersee aus, wo gegenüber den durchschnittlichen drei Eistagen deren vierzehn registriert wurden.

Auch wenn es über Tage konstant kalt war, wurden keine neue Rekorde gebrochen. Als Kälterekord gelten die minus 41,8 Grad im Jahr 1987 in La Brévine. Der diesjährige Kälterekord - ebenfalls im La Brévine gemessen - betrug «nur» minus 29,9 Grad. Den Rekord des kältesten Monates der letzten dreissig Jahre hält übrigens der Februar 2012.

Eisschichten auf See schmelzen

Am Wochenende hat das Wetter nun umgeschlagen. Gemäss Ludwig Zgraggen von Meteo Schweiz kletterte die Anzeige des Thermometers am Sonntag in Genf und Bern auf sechs Grad. In Basel wurden gar acht Grad gemessen. «Wegen einer Warmfront, die auf die Schweiz zukommt, wird die Temperatur in der Nacht auf Dienstag wohl gar über dem Nullpunkt bleiben», prognostiziert Zgraggen.

Wer noch auf einem gefrorenen See Eislaufen gehen möchte, sollte sich spurten. «Die Eisdicke kann bei diesen Temperaturen um einen halben Zentimeter pro Tag zurückgehen», schätzt der Meteorologe. Die kommende Warmfront wird den Eisschichten auf den Seen weiter zusetzen. Auskunft darüber, ob die Seen noch begehbar sind, geben in der Regel die Behörden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE