28.03.2020 16:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
13'500 Arbeitslose innert zwei Wochen
Das Problem der in Deutschland und Frankreich blockierten Lieferungen von Schutzmaterial sind grösstenteils gelöst. Das sagte am Samstag Wirtschaftsstaatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Sorge bereiten ihr dafür die weltweit fehlenden Transportkapazitäten und die gestiegene Arbeitslosenquote.

Die Unternehmen müssten sich neu organisieren und neue Lieferwege für Transportgüter suchen, sagte Ineichen-Fleisch in Bern vor den Medien. Mehr genutzt als früher würden beispielsweise Frachtflugzeuge. «Wir sind gefordert und müssen umdenken.» Gelegentlich gebe es Probleme bei Zollformalitäten.

Dafür habe sich die Lage bei den blockierten Lieferungen von Schutzausrüstung «generell entspannt», sagte Ineichen-Fleisch. Deutschland kenne keine Exporteinschänkungen mehr, auch in Frankreich konnten die Güter grösstenteils freigegeben werden. «Die meisten Waren sind entweder unterwegs oder bereits in der Schweiz angekommen.»

Kontakte «auf höchster Ebene» werden laut Ineichen-Fleisch dafür sorgen, dass «alles, was noch offen ist», weiterverfolgt werde. Sie denke, dass sich die Exportrestriktionen weiter abflauen würden.

Gesuche für Kurzarbeit steigen ungebremst

Die Staatssekretärin äusserte sich weiter zu den Voranmeldungen für Kurzarbeit. Bis Freitagabend seien 757'000 Gesuche von 59'000 Betrieben eingereicht worden. Das entspreche rund 15 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz.

Im Tessin sind zwei von fünf Arbeitnehmern von Kurzarbeit betroffen, wie Ineichen-Fleisch sagte. In einigen weiteren Kantonen betrage die Quote 20 Prozent und mehr. Besonders zu kämpfen haben die Branchen Gastronomie/Hotellerie, Kunst/Kultur, Transport und Handel.

Höhere Arbeitslosenquote

Die Coronakrise hat auch Folgen für die Arbeitslosenquote. Es seien innert knapp zwei Wochen 13'500 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, sagte Ineichen-Fleisch. «So etwas haben wir noch nie gesehen.» Die Arbeitslosenquote habe sich seit Mitte März um 0,3 Prozentpunkte erhöht, diejenige von Stellensuchenden um 0,5 Prozentpunkte.

Viele Betriebe machten von den Notkrediten des Bundes Gebrauch: Bis Freitagabend seien rund 16'000 Kreditvereinbarungen abgeschlossen worden, sagte Ineichen-Fleisch. Sie sprach von einem «sehr grossen Ansturm».

Insgesamt hat der Bundesrat bisher 14 Milliarden Franken für von Kurzarbeit Betroffene und Arbeitslose zur Verfügung gestellt. «Der Bundesrat sagte: Wenn mehr notwendig ist, gibt es mehr.» Die Fonds seien jederzeit flüssig. Es gebe immer Geld für Betroffene.


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