14.10.2018 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Kulturpreis
"Oasen der Stille" ausgezeichnet
Die Alpweiden auf Nodhalten in Grindelwald und die ausgedehnte Waldlichtung Riebgarti am Hasliberg werden mit dem diesjährigen Kulturlandschaftspreis der Region Oberland-Ost ausgezeichnet. Beides sind nach Auffassung der Jury ungewöhnlich schöne Landschaften, die sowohl in ökologischer als auch in touristischer Hinsicht wertvoll sind.

«Die Region Oberland-Ost ist von einer reichen Vielfalt an Kulturlandschaften geprägt», sagte Stefan Schweizer, Geschäftsführer der Regionalkonferenz Oberland-Ost, anlässlich der Verleihung des Kulturlandschaftspreises Oberland-Ost 2018.

Viele dieser Landschaften seien das Ergebnis von harter Arbeit, die oft schon vor vielen Generationen begonnen wurde. Davon würden die Menschen noch immer profitieren, und zwar sowohl Einheimische als auch Gäste. «Für das touristische Angebot spielt die landschaftliche Qualität eine Schlüsselrolle», erklärte Marc Ungerer von Jungfrau Region Tourismus.

Wertschätzung der Bauern

Mit dem Kulturlandschaftspreis unterstreichen die Regionalkonferenz und die Tourismusorganisationen Interlaken Tourismus und Jungfrau Region Tourismus, wie bedeutend attraktive Kulturlandschaften für die Region Oberland-Ost sind. Gleichzeitig bekräftigen die beteiligten Organisationen damit auch ihre Wertschätzung gegenüber den Leistungen der einheimischen Bauern. Die Auszeichnung wird seit 2005 jährlich verliehen.

Der diesjährige Kulturlandschaftspreis geht an die Bewirtschafter des Gebiets Riebgarti (Gemeinde Hasliberg) und der Alpweiden Nodhalten (Gemeinde Grindelwald), wo auch die Preisübergabe stattfand.

Claudia Schatzmann, Fachbereichsleiterin Landschaft bei der Regionalkonferenz Oberland-Ost, erläuterte die ökologischen und ästhetischen Qualitäten der beiden besonders wertvollen Kulturlandschaften. Auch sie unterstrich dabei die grosse Leistung der Landwirte, solche Flächen zu erhalten und zu bewirtschaften.

Alpweiden Nodhalten, Grindelwald

Das Gebiet Nodhalten ist Teil der Alp Bach, einer der sieben Grindelwalder Bergschaften. Die rund 40 ha grosse offene Alpfläche liegt auf einer Höhe zwischen 1600 und 1900 m. 4 ha davon sind Feuchtgebiete mit Teichen, auch das übrige Gebiet weist eine hohe Biodiversitätsqualität auf. Diese zeigt sich in einer grossen Artenvielfalt, die unter anderem Knabenkraut, Fingerwurz, Wollgräser etc. umfasst.

Attraktiv sind aber auch die schönen Ställe, die ortstypisch mit Schindeldächern gedeckt sind, die grossen Holzbrunnen sowie das «Mälchhysi». Nodhalten liegt am Panoramaweg zwischen der Bussalp und der Zwischenstation Bort der Firstbahn. Für Wanderer und Ausflügler stehen Brätel- und Rastplätze sowie viele Holzbänke zur Verfügung. Bewirtschaftet wird Nodhalten von der Besetzerschaft Bachalp, Grindelwald.

Riebgarti, Hasliberg

Das Riebgarti liegt auf rund 1000 m Höhe an einem Steilhang oberhalb von Innertkirchen, ist aber Teil der Gemeinde Hasliberg. Die knapp 2 ha grosse Lichtung, die wie eine Insel vom Bergwald umgeben ist, wird gemäht und dankt dies mit enormem Artenreichtum, u.a. mit Brand-Knabenkraut, Rotem Waldvögelein und unzähligen Schmetterlingen wie Apollofalter oder Kleiner Eisvogel.

Mehr als die Hälfte der Fläche verfügt über Trockenstandortqualität. Das Terrain wird geprägt von steilen, felsigen Hängen und flacheren, anmutigen Wiesenpartien mit Einzelbäumen und Baumgruppen. Der Wanderweg von Hasliberg nach Wyler führt quer hindurch. Ein Rastplatz mit Brunnen bietet eine grandiose Aussicht ins Grimselgebiet und zum Brienzersee. Für Wanderer ist das Riebgarti deshalb nach der Meinung der Jury des Kulturlandschaftspreises eine wunderbare Oase der Ruhe. Bewirtschaftet wird es von Pablo und Dora Wilhelm-Nägeli, Hasliberg-Reuti.

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