9.01.2017 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch -
Wetter
-45 Grad: Kältetote im Osten
Wegen der Kälte sind im Osten Europas weitere Menschen gestorben. In Polen erfroren innerhalb eines Tages zehn weitere Menschen, in der Westukraine mindestens vier und in der Slowakei ebenfalls vier.

In Polen starben damit seit vergangener Woche bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad bereits 19 Menschen, wie das Sicherheitszentrum der Regierung am Montag mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf 65.

Ukrainische Ortschaften ohne Strom

Weitere 24 Menschen starben seitdem an Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Sie hatten unter anderem giftige Gase aus Kohleöfen eingeatmet. Abgase, Kälte sowie fehlender Wind führten am Montag vielerorts zu Smog. In mehreren Städten, darunter Warschau, waren öffentliche Verkehrsmittel deswegen kostenlos.

In der Westukraine starben seit Jahresbeginn landesweit nach Medienberichten vom Montag insgesamt mindestens acht Menschen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. Nach Angaben des Zivilschutzes in Kiew sind noch immer einige Ortschaften ohne Strom. In Weissrussland kamen fünf Menschen in der Nähe von Minsk bei minus 25 Grad ums Leben, berichtete die Agentur Interfax.

Tiefste Temperatuen seit 30 Jahren


Bei den niedrigsten Temperaturen seit mehr als 30 Jahren erfroren in der Slowakei vier Menschen. Wie das Nachrichtenportal «Pravda.sk» am Montag unter Berufung auf Rettung und Polizei auflistete, wurden am Freitag und Sonntag in den Städten Nitra und Bratislava zwei vermutlich obdachlose Männer erfroren gefunden.

Im Dorf Latky im mittelslowakischen Bezirk Detva hatte man am Freitag einen Rentner erfroren vor seiner eigenen Haustür entdeckt. Im Dorf Babin im nordslowakischen Bezirk Namestovo starb eine 54-jährige Frau auf dem nächtlichen Heimweg von ihrer Arbeit. Sanitäter hatten vergeblich versucht, die stark unterkühlte Frau noch zu retten.

Bis zu minus 45 Grad in Russland

In weiten teilen Russlands sollte wegen der extremen Kälte der Unterricht in einigen Schulen am Montag und Dienstag ausfallen. Nördlich von Perm am Ural soll es nach Angaben des russischen Wetterdienstes auch in den kommenden Tagen bis zu minus 45 Grad kalt werden. In der russischen Hauptstadt froren die Menschen bei knapp 30 Grad unter dem Nullpunkt, im Durchschnitt bis zu 15 Grad kälter als zu dieser Jahreszeit üblich.

Die Moskauer können sich in den kommenden Tagen aber auf deutlich steigende Temperaturen freuen: Im Laufe der Woche soll es minus zehn Grad werden. «Ich freue mich, allen Moskauern sagen zu können: Der heutige Frost hat nun ein Ende», sagte der Chefmeteorologe Roman Wilfand der Agentur Interfax.

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