4.03.2015 12:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wolf
Wolfsgegner formieren sich
Mit einem neuen nationalen Verein wollen sich Schafhirten und andere Wolfsgegner im Kampf gegen den Wolf mehr politisches Gewicht verschaffen. Die Vereinigung «Schweiz ohne Grossraubtiere» soll noch vor dem Sommer gegründet werden.

«Wenn wir uns Gehör verschaffen wollen, dann müssen wir eine nationale Organisation gründen», begründete der Walliser CSP-Grossrat Georges Schnydrig das Vorhaben in einem Interview mit dem «Walliser Boten» vom Mittwoch. Schnydrig ist Präsident der Kommission Grossraubtiere bei der Oberwalliser Landwirtschaftskammer.

SAB soll koordinieren

Auf nationaler Ebene gibt es zwar einen Schafzuchtverband. Dieser habe aber bereits viele Aufgaben, und die Problematik der Grossraubtiere sei sehr zeitaufwendig, sagte Schnydrig. «Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) soll das Ganze nun koordinieren und auch auf der politischen Ebene bearbeiten», sagte er. «Wir müssen mehr Druck aufbauen.» Dazu sei es nötig, auch Mitglieder ausserhalb der Landwirtschaft zu gewinnen.

«Wir brauchen in der Bevölkerung eine breitere Unterstützung, sonst bleibt die Vereinigung isoliert», sagte Schnydrig. Er zeigte sich überzeugt, dass die Stimmung in der Bevölkerung kippen werde, wenn sich weitere Wolfsrudel bilden.

«Wiederansiedlung ist gescheitert»

Für Grossraubtiere gebe es unseren Breitengraden keinen Platz, die Wiederansiedlung sei gescheitert. Das Problem der Grossraubtiere könne man nicht mit Konzepten lösen. «Alle bisherigen Konzepte sind reine 'Pflästerlipolitik'», sagte Schnydrig. «Wir wollen die Grossraubtiere in der Schweiz nicht.»

In einem ersten Schritt soll nun im Wallis ein Verein gegründet werden. Danach sollen die bestehenden kantonalen Vereine einen nationalen Verband gründen. Dies soll noch vor dem Sommer geschehen, wie Schnydrig sagte. Die Geschäftsführung des neuen Verbands soll SAB-Direktor Thomas Egger übernehmen.

In der Schweiz gibt es derzeit rund 25 Wölfe. Um den Anliegen von Bauern, Jägern und der Bevölkerung aus den Bergregionen Rechnung zu tragen, möchte der Bund den Abschuss von Wölfen erleichtern. Ein entsprechender Vorschlag ist noch bis am 16. März in der Anhörung. Pro Natura und WWF haben die Pläne des Bundes bereits im Dezember als «Schnellschuss» kritisiert.

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