27.02.2018 10:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Wolf vor den Toren Berns
Bei Trimstein BE, zwischen Münsingen und Worb liegend, trottete ein Wolf über die Felder. Das Raubtier liess sich durch einen Menschen nicht aus der Ruhe bringen. Bereits vor wenigen Wochen wurde bei Heimenschwand BE ein Wolf gesichtet.

Der Wolf nähert sich immer mehr den urbanen Gebieten. Ein Video eines Leser-Reporters von «20 Minuten Online» zeigt das Tier auf offenen Feld. Die Aufnahmen wurde in der Nähe des Hornusserplatzes Trimstein gemacht. Dieser Ort liegt nur 10 Kilometer von der Stadt Bern entfernt.

Keine Scheu gezeigt

Der Wolf zeigt keine grosse Angst vor der Anwesenheit eines Menschen. «Häufig handelt es sich dabei um unerfahrene Jungwölfe, die manchmal wenig scheu und eher naiv sind», sagt Ralph Manz, Wolfsexperte von Kora, gegenüber «20 Minuten». Bei gesichteten Tier bei Trimstein handle es sich um einen Wolf, bestätigt Manz.

Das Jagdinspektorat des Kantons Bern hat das Video ebenfalls eingesehen. Eine endgültige Identifizierung des Wolfes sei jedoch nur mittels DNA-Probe möglich, so das Amt. Da das Tier ein Reh gerissen hat, wurden Proben entnommen und zu Laboruntersuchungen nach Lausanne geschickt. In einem Bericht des TV-Senders "Telebär" sieht man den Wolf, wie er ein erlegtes Wildtier in Sicherheit bringt.

Jährige Jungwölfe

Anfang Februar wurde in Heimenschwand bei Thun ein Wolf gesichtet. Auch dieses Tier zeigte keine Scheu vor dem Menschen. «Erst dachte ich, es sein ein Schäferhund. Doch als ich genauer hinschaute, erkannte ich, dass es sich um einen Wolf handeln musste», sagte Thomas Hochuli dem «Thuner Tagblatt». «Der Wolf bog lediglich in die Strasse, die vor unserem Haus vorbeiführt, ein und trabte locker davon», so Hochuli.

Bei diesen Wölfen dürfte es sich um Jungtiere handeln. «Jährige Jungwölfe wandern vom elterlichen Rudel ab. Auf dieser Abwanderung durchstreifen sie vor allem nachts und in der Dämmerung unsere Kulturlandschaft. Je nach Jahreszeit werden Wölfe in der Nähe gesehen, aber selten direkt in Ortschaften», sagt Wolfsexperte Manz gegenüber «20 Minuten».

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