17.02.2017 06:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Raubtiere
Wolf von Städtern besser akzeptiert
Der Wolf gerät immer wieder in die Schlagzeilen und in die Studierstuben. Forscher der Uni Zürich gingen unter anderem der Frage nach, wo der Wolf von der Bevölkerung am meisten akzeptiert wird. Dies sei in dicht besiedelten Gebieten und mit zunehmender Entfernung vom Wolf der Fall, lautet ihre Antwort.

In dicht besiedelten Gebieten gefällt es jedoch dem Wolf nicht. Sein bevorzugter Lebensraum zeichne sich durch hohe Wildbestände, geringe Bevölkerungsdichte, mittlere Höhenlage und viel Wald aus, heisst es in der Mitteilung der Universität Zürich. Etwa ein Drittel der Schweizer Landesfläche - rund 13'800 Quadratkilometer - würde sich für den Wolf als Lebensraum eignen, schreiben die Forscher.

Auf 2'500 Quadratkilometer geduldet


Doch nur auf rund 2500 Quadratkilometern würde er auch von der Bevölkerung geduldet, haben die Wissenschaftler des Instituts für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften herausgefunden. Sie stellten die Akzeptanzfrage 10'000 Personen, rund ein Drittel antwortete.

Aufgrund der Umfrage erstellten die Forscher ein landesweites Modell für die räumliche Verteilung der Akzeptanz des Wolfs: Diese nimmt mit zunehmender Höhenlage des Wohnortes ab und verschlechtert sich zusätzlich an höher gelegenen Orten, wo viele Schafe und Ziegen gehalten werden. Mit zunehmender Entfernung zum Wolf und in dicht besiedelten Gebieten nimmt die Akzeptanz zu.

Wenige passende Gebiete für Ausbreitung


Die Forscher können nun aufzeigen, wo in der Schweiz die Bevölkerung den Wolf duldet und er gleichzeitig seinen bevorzugten Lebensraum vorfindet. Diese wenigen Gebiete befinden sich mehrheitlich im Jura, in den Bündner Alpen und im Tessin. Hier könnte sich der Wolf nach Ansicht der Forscher kurz- bis mittelfristig ausbreiten.

Sie sind überzeugt, dass ihr Studienansatz helfen kann, potenzielle Konfliktgebiete zwischen Mensch und Wolf frühzeitig zu erkennen. Auch sei ihr Verfahren auf andere Tierarten übertragbar. Denn aufgrund der zunehmenden räumlichen Überlappung von Mensch und Tierwelt sei man gezwungen, die menschliche Einstellung in die ökologische Betrachtungsweise zu integrieren.

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