27.05.2016 14:25
Quelle: schweizerbauer.ch - wpf
Uri
Wolf richtete Massaker an
In der Urner Berggemeinde Isenthal richtete der Wolf ein Massaker an. Er hat zuletzt im Isenthal 8 Schafe gerissen. 7 Stück waren von Theo Zurfluh. Dieser erzählt von seinen Erfahrungen. Mit Video

Angesprochen auf die Vorfälle vor rund einer Woche, gerät Theo Zurfluh in Rage. Der Landwirt aus dem Isenthal zeigt die Bilder des Grauens. Die Bilder zeigen herausgerissene und zerfressene Körperteile neben seinen toten Schafen. Vier der Schafe überlebten die nächtliche Wolfsattacke und mussten bis zur Auffindung mit schlimmsten Verletzungen leiden. Schliesslich musste die Wildhut die Schafe von ihren Leiden erlösen.

Schafe mussten leiden

«Diese Bilder und Emotionen müssten sich einmal Wolfsbefürworter anschauen müssen. Wir Bauern schauen zu unseren Tieren. Die Wolfsbefürworter sollen zu ihrem Wolf auch selber schauen. Es ist eine Frechheit, dass wir den Wolf in unseren eigenen Liegenschaften dulden müssen und zudem noch die Kosten haben. Die Kosten pro gerissenes Tier belaufen sich total bis zu 3000 Franken. Nur ein kleiner Teil wird uns Bauern bezahlt. Das hat mit Tierschutz nichts zu tun. Unsere Nutztiere sind auch Tiere», gibt Zurfluh zu bedenken. «Der Wolf hat hier ein richtiges Massaker angerichtet.»

Inzwischen werden die Schafe in der Nacht eingestallt. Für die Schafhalter in der Region sind die Probleme aber damit noch lange nicht gelöst. Es geht keinen Monat mehr zur Alpauffahrt. Einstallen wird dann nicht mehr möglich sein. Angesprochen auf die möglichen Herdenschutzmassnahmen, braucht Zurfluh erneut deutliche Worte. Technisch sei auf den Alpen der Herdenschutz nicht so möglich, wie man das den Bauern verkaufe. Die misslungenen Herdenschutzmassnahmen aus dem Vorjahr würden es bestätigen.

Bereits 2015 wruden 40 Schafe gerissen

Bereits im Sommer 2015 wurden 40 Schafe im Isenthal gerissen. Der Wolf wurde zum Abschuss freigegeben. Das Tier tauchte dann aber nicht mehr im Gebiet auf. Als dann die Schafe in einem anderen Kantonsgebiet mit bestmöglichen Herdenschutzmassnahmen beaufsichtigt wurden, ging dies offenbar schief. Alle Schafe hätten abtransportiert werden müssen. Die Schafe waren traumatisiert und deuteten die Herdenschutzhunde als Wölfe und suchten immer wieder die Flucht.

Auch Zurfluhs Schafe sind jetzt total verängstigt. «Wenn der Wolf nicht gebracht worden wäre, so wären unsere Probleme gelöst. Ich bin mir sicher, dass der Wolf in der Isleten ausgesetzt wurde. In diese Region gelangt auf natürlichem Weg kaum ein Wolf ins Gebiet.»

Schutz ist extrem teuer

Zurfluh ist  sicher, dass alle Herdenschutzmassnahmen längerfristig zu teuer und nicht praktikabel seien. Herdenschutzhunde würden bei weitem nicht genügend vorhanden sein. Theo Zurfluh fragt sich, warum der Tierschutz hier nichts dazu sage. Mit Natur hat dies nichts mehr zu tun.

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