12.05.2016 08:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Wallis
Wolf reisst trotz Elektrozaun Lämmer
In der Nähe des Dorfes Bürchen hat am Dienstag einer der Augstbordwölfe in einer geschützten Schafherde drei Lämmer gerissen. Damit gerät er auch ins Visier der Behörden für eine mögliche Abschussverfügung, schreibt der «Walliser Bote».

 Nach etlichen Angriffen auf Schafsgruppen in Frühjahrsweiden mit insgesamt 26 toten Tieren in Törbel, Zeneggen und Ergisch schlug der Wolf in der Nacht auf Dienstag in Bürchen zu. In einem elektrifizierten Gehege mit 16 Schwarznasenschafen nahe des Sportplatzes biss er drei Lämmer zu Tode.

Betroffen war der Bürchner Schafhalter Gaston Gattlen (50). «Die Frühjahrsweide nahe beim Sportplatz haben wir so gezäunt, wie dies die Richtlinien des Bundes und des Kantons zum Herdenschutz jetzt vorschreiben. Der bestehende Knotengitterzaun ist auf einer Höhe von 1,20 Meter mit einem Elektroband versehen. Ebenso auf einer Höhe von 20 Zentimetern. Aber ich bin davon überzeugt, dass ein Wolf eine Höhe von 1,20 Meter locker überspringt », sagt der Nebenerwerbsbauer auf Anfrage von 1815.ch.

«Der Angriff in einer elektrifizierten Weide ist eine neue Dimension», sagt Peter Scheibler, Chef der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, gegenüber 1815.ch. Sollte es in naher Zukunft weitere zwölf gerissene Schafe in elektrifizierten Weiden geben, wäre die Zahl von 15 getöteten Nutztieren erfüllt, die zu einer Abschussverfügung führen könnten. Allerdings müssten die Kantonsbehörden dabei laut revidierter Jagdverordnung mit in Betracht ziehen, dass sich im Abschussperimeter in der Augstbordregion auch ein weiblicher Wolf aufhalten und sich somit im Gebiet möglicherweise ein Wurf junger Wölfe in einer Höhle befinden könnte. Dieser Umstand könnte einen Abschuss erschweren.

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