20.01.2015 16:16
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Wolf könnte «bester Freund des Menschen» sein
Egal, ob sie einen Rettungstrupp, Schäfer oder Jäger unterstützen - Hunde beachten genau, was ihr zweibeiniges Leittier anzeigt und tut. Diese soziale Fähigkeit ist nicht durch die Haustierwerdung (Domestizierung) entstanden, sondern auch bei Wölfen vorhanden.

Dies schreiben Friederike Range und Zsofia Viranyi vom österreichischen Wolfforschungszentrum in Ernstbrunn im Fachmagazin «Frontiers in Psychology».

Wölfe nicht weniger kooperativ

Wölfe seien keineswegs weniger kooperativ, tolerant oder sozial aufmerksam als Hunde, teilten die Verhaltensforscherinnen in einer Mitteilung der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) mit. Der Mensch habe also nicht Tiere mit diesen Fähigkeiten bevorzugt auswählen müssen, um den Hund zum «besten Freund des Menschen» zu machen, meinen sie.

Range und Viranyi, die auch am Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni arbeiten, untersuchten zum Beispiel mit Kollegen, wie gut Wölfe und Hunde Futter finden, das ein Mensch versteckt hat. Beide Tierarten taten sich leichter, wenn sie dem Menschen dabei zusehen konnten, was zeigt, dass sie ihm ihre Achtsamkeit gewidmet haben. Sie bemerkten auch oft, ob er tatsächlich ein totes Poulet für sie in die Wiese legte oder dies nur vortäuschen wollte, berichten die Forscherinnen.

Wolf als Imitator

Wölfe können auch dem Blick eines Menschen folgen, was zeigt, dass sie sich in seine Perspektive hineinversetzen können, wie die Forscherinnen erklären. Ausserdem sei der Wolf ein erfolgreicher Imitator. Wölfe können laut den Experimenten der Wissenschaftler etwa besser von Artgenossen abzuschauen, wie man eine Futterkiste öffnet, als Hunde.

«Insgesamt haben die Tests gezeigt, dass Wölfe sehr gut aufeinander und auf Menschen achten. Hypothesen die besagen, dass Wölfe über weniger soziale Fähigkeiten verfügen als Hunde, sind also nicht korrekt», so Range.

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