7.01.2014 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Waadt
Wolf greift im Flachland zwei Schafherden an
Der Wolf hat sich in diesem Winter erstmals wieder ins Mittelland vorgewagt. Ein Raubtier attackierte im Dezember kurz hintereinander zwei Schafherden im Kanton Waadt und tötete insgesamt vier Tiere. In beiden Fällen wagte sich der Wolf nahe an die Dörfer heran.

«Ein Wolf ist bei uns in der Ebene durchgezogen. Das ist seit mehreren hundert Jahren nicht mehr vorgekommen», erklärte Sébastien Sachot vom Waadtländer Umweltamt am Dienstag auf Anfrage. Er bestätigte einen Bericht der Zeitung «La Région Nord vaudois».
Danach hat am 5. Dezember ein Wolf in Corcelles-sur-Chavornay VD eine Schafherde angefallen und zwei Tiere gerissen. Der Angriff auf die nicht bewachte Herde ereignete sich in der Nähe des Dorfes.

DNA-Analysen der Universität Lausanne bestätigten, dass der Wolf von einer Linie abstammt, die auf natürlichem Weg von Italien in die Schweiz eingewandert ist.

Zweiter Angriff

Ein weiterer Angriff ereignete sich tags darauf in der Nachbargemeinde Suchy VD. Dabei wurden ebenfalls zwei Schafe getötet. Weil die DNA-Proben verunreinigt waren, kann allerdings nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die Schafrisse ebenfalls durch einen Wolf verursacht wurden.

«Wir haben aber den starken Verdacht, dass es ein Wolf war», sagte Sachot. Denn die Angriffe von Wölfen seien besonders. Sie zeichneten sich beispielsweise dadurch aus, dass das Raubtier seine Beute an der Gurgel packe und grosse Stücke Fleisch herausreisse.

In den letzten Wochen haben laut Sachot zudem mehrere Personen berichtet, dass sie an verschiedenen Orten im Kanton Waadt einen Wolf gesehen hätten, so etwa auch im Waadtländer Jura, in Ballaigues, in Mont-Aubert oder im Vallée de Joux.

Abstecher ins Flachland

Ob es sich um ein und denselben Wolf handle, bleibe abzuklären. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein zweiter Wolf durch die Gegend ziehe. «Wir haben aber eher den Eindruck, dass der im Waadtländer Jura gesichtete Wolf nur einen 'Abstecher' ins Flachland gemacht hat», sagte Sachot. Panik wäre laut dem Fachmann allerdings auch dann falsch am Platz, wenn sich der Wolf im Mittelland etablieren sollte.

Einige Wölfe seien sehr unauffällig, andere trauten sich näher an die Häuser heran. Wichtig sei, die Tiere nicht zu füttern und sich ihnen nicht zu nähern, denn sie müssten die Angst vor dem Menschen behalten.

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