3.06.2014 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wolf
Wolf: Erleichterter Abschuss vorgeschlagen
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat aufgrund eines Auftrags des Parlaments die Konzepte Wolf und Luchs überarbeitet. Neu besteht die Möglichkeit, bei gesichertem Bestand die Population mittels Abschuss zu regulieren. Das Wolfskonzept sieht sogar erleichterte Bedingungen für Einzelabschüsse vor. Die Konsultation dauert bis zum 5. September 2014.

Die Meldungen von toten Schafen und Ziegen haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Am Dienstag wurde ein Wolfsangriff im Kanton Glarus gemeldet. Sieben Schafe dürften am vergangenen Wochenende von einem Wolf gerissen worden sein. Seit 2012 lebt in der Schweiz im Calandamassiv (GR) wieder ein Wolfsrudel. Der Bestand auf Schweizer Hoheitsgebiet wird auf 25 bis 30 Tiere geschätzt. Der Luchs ist vor allem in den westlichen und zentralen Alpen heimisch. Die Population dehnt sich momentan gegen Osten und Süden aus. Der Bestand in der Schweiz wird auf 160 Tiere geschätzt.

Umsetzung Motion Hassler

Das Parlament hatte eine Motion Nationalrat Hansjörg Hassler (BDP/GR) zugestimmt. Der Bundesrat wurde beauftragt, ein langfristiges und international abgestimmtes Grossraubtiermanagement in die Wege zu leiten und die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, um Schäden von Wolf, Luchs und Bär langfristig zu minimieren und gleichzeitig die internationalen Verpflichtungen einzuhalten, wie dies Frankreich vormacht.

Konsultation zu den Konzepten

Am 3. Juni 2014 hat das Bundesamt für Umwelt die Konsultation zum überarbeiteten Konzept Wolf und zum revidierten Konzept Luchs eröffnet. Sie dauert bis am 5. September 2014. Danach werden die Konzepte noch einmal überarbeitet und voraussichtlich im Frühjahr 2015 als Vollzugshilfe durch das BAFU in Kraft gesetzt.

Als Massnahme zur Umsetzung dieses Auftrages soll neu die Regulation der Grossraubtierbestände in der Schweiz möglich sein, und zwar, wenn die Bestände durch regelmässige Fortpflanzung gesichert sind und das Monitoring dafür besteht, schreibt das Bafu am Dienstag in einem Communiqué. Zuvor müssen aber „zumutbare“ Herdenschutzmassnahmen vorgenommen worden sein.

Einzelabschüsse aus Rudeln möglich

Im überarbeiteten Wolfskonzept soll bei einer Präsenz von Rudeln ein erleichterter Abschuss von einzelnen schadenstiftenden Wölfen auf geschützten Weiden möglich sein. Dazu muss ein Wolf drei Angriffe mit insgesamt 10 gerissenen Schafen vorgenommen haben. Die heute schon bestehende Möglichkeit, einzelne schadenstiftende Tiere abzuschiessen, wenn innerhalb von vier Monaten mindestens 35 Schafe oder innerhalb von einem Monat mindestens 25 Schafe gerissen wurden, bleibt unverändert.

Für eine Abschussbewilligung ist wie bisher der betroffene Kanton zuständig, nachdem die Interkantonale Kommission eine Empfehlung abgegeben hat. Angepasst wurde die Aufteilung des Landes in so genannte Grossraubtierkompartimente. Neu gibt es fünf Hauptkompartimente und 16 Teilkompartimente. „Letztere sind insbesondere wichtig bei der Überprüfung der Kriterien, die Abschüsse erlauben“, schreibt das Bafu.

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