11.09.2014 13:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Wolf: Bündner wollen schneller schiessen
Für die Bündner Regierung ist der Entwurf des neuen Wolfskonzeptes des Bundes «nicht praxistauglich». Die Voraussetzungen für erleichterte Wolfsabschüsse seien zu streng. Die Bündner wollen «pragmatisch» schiessen können. Etwa dann, wenn Wölfe die Jäger zu stark konkurrenzieren.

Das vorgelegte Wolfskonzept tauge für das Management von Einzelwölfen, schrieb die Regierung am Donnerstag in ihrer Vernehmlassungsantwort. Wo sich - wie am Churer Hausberg Calanda - Wolfsrudel mit einer hohen Reproduktionsrate gebildet hätten, sei dringend ein neuer, pragmatischer Umgang anzustreben.

Einfache Abschusskriterien gefordert

Das Konzept, Abschüsse von den Schäden abhängig zu machen, die Wölfe der Landwirtschaft zufügen, werde der aktuellen Entwicklung nicht mehr gerecht. Die Regierung verlangt in ihrer Stellungnahme an das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Wolfsmanagement anzupassen im Sinne der Motion «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung», eingereicht vom Bündner CVP-Ständerat und passionierten Jäger Stefan Engler.

In erster Linie sollen verhaltensauffällige Wölfe, die wenig Scheu zeigen und sich bis in Siedlungen vorwagen, künftig aus einer Wolfspopulation entfernt werden können. Damit liessen sich das Wachstum der Wolfspopulation wirksam begrenzen und die Scheu der Wölfe vor Menschen und Siedlungen fördern, schreibt die Exekutive.

Konkurrenz zu Jägern unerwünscht

Grundsätzlich fordern die Bündner einfache und klar definierte Abschusskriterien. Bevor geschossen werde, sei eine Reproduktion der Wölfe im betreffenden Rudel nachzuweisen, und der Abschuss habe in Absprache mit dem BAFU zu erfolgen. Weitere einschränkende Bedingungen erübrigten sich, so die Regierung.

Im Einzelnen hat die Exekutive zu verschiedenen Punkten des Konzeptentwurfes Vorbehalte. So sollen Wölfe einfacher geschossen werden können, wenn die Wolfspopulation in einer Region die Jagd zu stark konkurrenziert und Jäger weniger Wild erlegen können. Zudem sollen «forstliche Kriterien», die für den Wolf sprechen, als Einschränkung für den Abschuss des Raubtiers gestrichen werden.

Es soll den Wölfen also nicht mehr zu Gute gehalten werden, wenn sie die Wildpopulation einschränken und so den Wildverbiss im Wald reduzieren. Dies obwohl der Wildverbiss in den Bündner Wäldern ein Dauerproblem ist. Laut dem kantonalen Amt für Jagd stellt die Regulation der Wildbestände für die Jäger eine riesige Herausforderung dar.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE