28.01.2014 15:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Wolf aus Versehen erschossen
Ein Jäger hat in Graubünden irrtümlich einen geschützten Wolf erschossen. Der Grünrock befand sich auf der Passjagd nach Füchsen, als ihm der Irrtum am Wochenende unterlief.

Nachdem der Jäger den Fehler bemerkt hatte, erstattete er unverzüglich eine Selbstanzeige bei der Wildhut, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mitteilte. Der Abschuss des Wolfs erfolgte im Raum Domleschg in Mittelbünden.

Kein Zusammenhang mit Wolf-Abschuss Anfang Jahr

Beim erlegten Wolf handelt es sich um ein junges, männliches Tier. Ob das Raubtier aus dem Rudel vom Calandamassiv abgewandert ist, kann erst nach Vorliegen einer genetischen Analyse festgestellt werden, wie die Jagdbehörden weiter mitteilten.

Die Passjagd, während welcher vorwiegend Füchse erlegt werden, dauert noch bis Ende Februar. Zwischen dem illegalen Abschuss eines Wolfes zu Jahresbeginn und dem irrtümlichen Abschuss am letzten Wochenende soll kein Zusammenhang bestehen. Anfang Jahr war bei Tamins, am Fusse des Calandamassivs, ein Wolf tot aufgefunden worden. Das Tier war angeschossen worden und litt tagelang.

Der Fall ist immer noch nicht geklärt, wie es bei der Bündner Staatsanwaltschaft auf Anfrage hiess. Die Gruppe Wolf Schweiz hat ein «Kopfgeld» von 10'000 Franken zur Verfügung gestellt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen.

Verwechslung möglich

Der neuste Fall einer Wolfstötung in Graubünden ist auf die Verwechslung mit einem Fuchs zurückzuführen. Eine solche Verwechslung dürfe eigentlich nicht geschehen, sei aber möglich, besonders nachts, erklärte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi auf Anfrage. Die Passjagd, früher Pass- und Fallenjagd genannt, wird vorwiegend in der Nacht durchgeführt. Etwa 80 Prozent der Füchse werden auf dieser Jagd, die Anfang November beginnt, zur Strecke gebracht.

Der Jäger, der den drei Mal schwereren Wolf am Wochenende mit einem Fuchs verwechselte, wird bestraft. Eine Untersuchung des Falles ist laut Brosi eingeleitet. Der Schütze ist zwar geständig, muss aber gemäss dem Bündner Jagdinspektor damit rechnen, «mit aller Härte bestraft» zu werden.

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