3.03.2017 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Wolf auch im Weinland unterwegs?
Auf einer Weide in Andelfingen ist am Donnerstag ein Schaf durch Bisse eines grösseren, hundeartigen Tiers getötet worden: Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um einen jungen Wolf handeln könnte, der sich auf Wanderschaft begeben hat.

Die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich wertet derzeit die Spuren aus. Mit gesicherten Erkenntnissen aus den genetischen Proben ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Bestätigt sich der Verdacht, wäre dies der dritte Nachweis einer Wolfspräsenz im Kanton innerhalb der drei letzten Jahre.

Vorsichtsmassnahmen treffen

Für die Bevölkerung, grosse Nutztiere und Haustiere bestehe keine Gefahr, teilte die Zürcher Baudirektion am Freitag mit. «Der Wolf ist ein scheues Tier, das dem Menschen ausweicht.» Bei einer Begegnung mit einem Wolf solle man aber genügend Abstand wahren und sich zurückziehen.

In der Region Weinland sind die Nutztierhalter vorsorglich über die mögliche Wolfspräsenz informiert worden. Die Fischerei- und Jagdverwaltung fordert die Halter auf, Vorsichtsmassnahmen zu treffen. «Insbesondere sollten die Einzäunungen der Tiere überprüft und wenn nötig angepasst werden.»

Wahrscheinlich ein Jungwolf

Laut Medienmitteilung könnte es sich beim Wolf, der mutmasslich das Andelfinger Schaf gerissen haben könnte, um ein Jungtier handeln, das im vergangenen Jahr geboren wurde und sich auf Wanderschaft begeben hat. Diese Vermutung wird durch ähnliche Funde im benachbarten Kanton Thurgau gestützt.

Der Wolf galt im Kanton Zürich während über hundert Jahren als ausgestorben. Im Jahr 2014 wurde in Schlieren ein Tier aus dem Calanda-Rudel von einem Zug überfahren. Ein Jahr darauf tappte ein Wolf bei Gossau im Zürcher Oberland in eine Fotofalle. Jetzt könnte zum dritten Mal ein Wolfs nachgewiesen werden. Der Kanton Zürich fördert die Wiederansiedlung des Wolfes nicht aktiv, er akzeptiert ihn aber als Teil der heimischen Wildfauna. Gemäss des «Handlungsleitfaden Wolf» steht eine «möglichst konfliktfreie Koexistenz von Mensch und Wolf» im Vordergrund.

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