24.10.2017 10:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Italien
Wölfe an Ortstafel aufgehängt
Wolfs-Attacken auf Nutztiere verärgern Bauern in verschiedenen Regionen Europas. In der Toskana wurden zwei Grossraubtiere Mitte Oktober an einer Ortstafel aufgehängt. Der Bürgermeister von Radicofani verurteilte die Aktion.

In Italien dehnt sich die Wolfspopulation laufend aus. Stand der Isegrim um 1970 kurz vor der Ausrottung, hat sich der Bestand heute auf rund 1800 Tiere vergrössert.

Vor allem in der Umgebung der Apenninen, einem rund 1500 km langen Gebirgszug in Mittelitalien, fühlen sich die Raubtiere wohl. Konflikte mit den Bauern sind unausweichlich, da die Wölfe immer wieder Schafe reissen.

In der Ortschaft Radicofani, rund 140 Kilometer südlich von Florenz, griffen Bauern zu zweifelhaften Methoden, wie suedtirolnews.it berichtet. Zwei getötete Wölfe wurden 13. Oktober an der Ortstafel aufgehängt. Die Tiere waren von einem oder mehreren Unbekannten zuerst getötet und dann mit Schnüren an der Ortseinfahrt aufgehängt worden.

Die Tierschutzorganisation «Life Medwolf» verurteilte die Aktion als «schwerwiegend und grausam». Die illegalen Tötungen wurden zur Anzeige gebracht. Der Bürgermeister von Radicofani, Francesco Fabbrizzi, sprach von einem gravierenden und geschmacklosen Gewaltakt. Solche barbarischen Vorfälle dürften keinesfalls eine Antwort auf die zuletzt gehäuft auftretenden Attacken von Wölfen auf Schafe sein.

Einen Tag später wurde rund 150 Kilometer östlich in Pergola ein enthaupteter Wolfskopf auf einer Verkehrsinsel aufgefunden. Die Polizei, welche von einem «besonders abscheulichen Fall von Wilderei» sprach, nahm die Ermittlungen auf.

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