1.02.2017 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Uri
Uri: Unmut gegen Wolf wächst
Im Urner Parlament wächst der Unmut über die Präsenz des Wolfs im Kanton. Der Landrat hat am Mittwoch eine parlamentarische Empfehlung der SVP für schärfere Massnahmen gegen das Wildtier wie etwa wolfsfreie Zonen überwiesen. Was die Regierung allerdings damit macht, ist offen.

Der Rat überwies die Empfehlung mit 41 gegen 16 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Der Vorstoss von Christian Arnold (SVP) empfiehlt griffigere Massnahmen, um Schäden durch den Wolf in der Landwirtschaft zu reduzieren. Er regt unter anderem «wolfsfreie Zonen» an.

Probleme immer grösser

Arnold warnte vor den Folgen einer unkontrollierten Ausbreitung des Wolfs. Im letzten Jahr habe ein einziges Tier in Uri grossen finanziellen Schaden angerichtet. Er schätzte die Summe auf 250'000 Franken, etwa für Schadenersatz, Ausgaben für den Herdenschutz und Ertragsausfälle. Alois Zurfluh (CVP) bekräftige, dass die Probleme rund um die Präsenz des Wolfs immer grösser würden. Die Regierung müsse endlich einen Pflock einschlagen. Der Herdenschutz versage, es gebe immer häufiger Konflikte. Der Wolf sei dereinst nicht ohne Grund ausgerottet worden.

Die Gegner von drastischen Massnahmen sprachen sich für das bisherige Nebeneinander von Wolf und Alpwirtschaft aus. Toni Moser (SP/Grüne) sagte, wolfsfreie Zonen seien nicht realistisch und kaum umsetzbar. «Wollen wir eine Mauer bauen?», fragte er. Ein wolfsfreier Kanton sei auch keine gute Etikette für einen Tourismuskanton.

Herdenschutz verbessern

Der Urner Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti (SP) sagte, die Regierung setze sich für einen verbesserten Herdenschutz und ein angepasstes Wolfskonzept ein. Die Forderungen an den Bund seien vollständige Abgeltungen statt nur Finanzhilfen bei Wolfsangriffen. So sollen auch Mehraufwendungen wie Arbeits- und Transportkosten oder Ertragsausfälle künftig vergütet werden. Weiter regte die Urner Regierung alternative Herdenschutzmassnahmen an und flexiblere Abschussgebiete.

Im Bergkanton Uri weiden im Sommer jeweils auf über 60 Alpen im Schnitt über 15'000 Schafe. Im letzten Jahr riss ein Wolf italienischer Abstammung im Frühjahr und Sommer über 70 Nutztiere. Der Rüde wurde nach fast zweiwöchiger Jagd Ende Juli erschossen. Es handelte sich um den ersten Wolf nach 160 Jahren, der in Uri erlegt wurde. Zuvor hatten bereits Wilderer illegal Jagd auf das Tier gemacht und dieses verwundet.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE