24.04.2018 18:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Mäuse
Umfrage: Mehr Mäuse auf Feldern?
In vielen Regionen der Schweiz sorgen Schermäuse für Schäden in der Landwirtschaft. Grund ist die lange Vegetationszeit. Haben Sie in diesem Frühling auch mehr Schermäuse zu beklagen? Und wie gehen Sie vor? Abstimmen und mitdiskutieren

Die Botschaft ist für die Bauern wenig erbaulich. «Rund 80 Prozent der besuchten Schermausradar-Standorte weisen mehr Mäuse auf als im letzten Jahr», sagte Cornel Stutz von der Forschungsanstalt Agroscope unlängst gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst.

Verschmutzen Futter und lassen Bäume absterben

Aussergewöhnlich ist in diesem Jahr, dass in den meisten Regionen die Mäusebestände zugenommen haben. Dies geht aus dem Schermausradar hervor, der 62 Standorte in der Deutsch- und Westschweiz berücksichtigt. Bei einem Grossteil davon ist die für eine effiziente Regulierung kritische Schwelle von 40 Mäusen pro Hektare überschritten. «An diesen Standorten ist eine grossflächige Mäusebekämpfung kaum mehr sinnvoll», so Stutz.

Hier gehts zum Schermausradar

Grund für die Mäuseplage ist die lange und warme Vegetationszeit 2017. So konnten die Schermäuse ein bis zwei Würfe mehr als gewöhnlich aufziehen. Auch der Spätfrost im April 2017 und der Winter 2017/18 konnten den Nagern nichts anhaben.

Für die Bauern werden die rund 20 cm langen Schermäuse zum Problem. Sie fressen so viele Wurzeln wie sie wiegen. Das sind bis zu 150 Gramm. Die Nager können Obstbäume zum Absterben bringen. Beim Futterbau werden durch Erdhaufen die Arbeiten erschwert und das Futter verschmutzt, zudem kann sich Unkraut ausbreiten.

Bekämpfung nicht immer lohnenswert

Ist eine Wiese zu rund der Hälfte mit Mäusehaufen bedeckt, spricht man von einem Totalschaden. Bauern müssen dann diese Fläche neu ansäen, schreibt der LID.

Die Bekämpfung der Mäuse kann durch Sitzstangen für Greifvögel erfolgen. Daneben gibt es Topcat-Fallen oder Benzinvergas-Apparate. Teilweise werden auch Drahtgeflechte eingesetzt. Doch all diese Bekämpfungsstrategien sind zeitintensiv. Der Aufwand lohnt sich nicht immer. «Im Wiesland ist eine grossflächige Bekämpfung ab einer Dichte von 40 Mäusen pro Hektare selten rentabel, weil dann die Mäusebestände mit einem vernünftigen Aufwand kaum mehr regulierbar sind», erklärt Cornel Stutz.

Schermaus

Die Schermäuse (Arvicola) sind eine Gattung der Wühlmäuse. Mit Kopfrumpflängen bis 22 Zentimetern sind dies die grössten Wühlmäuse. Die Fortpflanzung findet von März bis Oktober statt, die Zahl der Würfe pro Jahr beträgt 3 bis 5. Die Tragzeit beträgt etwa 22 Tage. Die Würfe sind relativ gross; sie umfassen 2-9, ausnahmsweise bis 14 Junge, meist jedoch 4-6 Junge. Die Lebensdauer in Gefangenschaft betrug maximal 3,5 Jahre.

Wie sieht es auf Ihren Feldern aus? Haben Sie mehr Schäden durch Schermäuse zu beklagen als in den Vorjahren? Wie gehen Sie gegen die Nager vor? Abstimmen und mitdiskutieren

Mäuse-Zyklus

Wühlmauspopulationen verhalten sich an vielen Orten zyklisch. Während zwei bis vier Jahren ist der Bestand gering, ehe sich die Mäuse explosionsartig fortpflanzen. Nach fünf bis sieben Jahren bricht die Population plötzlich wieder zusammen.

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