12.06.2018 12:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Umfrage
Umfrage: Erhaltungsprämien für Tiere
Der Bund will bedrohte Rassen fördern. Doch die Mittel werden nicht ausgeschöpft, weshalb man nun nach Lösungen sucht. Würdet Ihr Euch für Halterprämien erhaltenswerte Nutztierrassen zulegen? Stimmt ab und diskutiert mit.

Der Fortbestand erhaltenswerter Schweizer Nutztierrassen soll gesichert werden. Dazu hat sich der Bund 1994 mit der Ratifikation der Konvention über die biologische Vielfalt verpflichtet. «Pro Jahr stehen für Erhaltungsprojekte 900000 Franken zur Verfügung», bestätigt Corinne Boss vom Bundesamt für Landwirtschaft. «Jährlich werden   aber nur rund 350000 Franken davon jeweils ausgeschöpft. Nicht alle Organisationen, die Projekte einreichen könnten, tun dies.»

Das bestätigt Philippe Ammann von Pro Specie Rara: «Bei kleinen Vereinen fehlen oft die personellen Kapazitäten, ein Projekt einzureichen. Andere bedrohte Rassen wie die Saaser Mutten haben gar keinen Verein. Hier möchten wir helfen.» So habe man erreicht, dass die Evolèner-Züchter für die Aufzucht eines Natursprungstieres 700 Franken erhalten und dass Evolèner Stiere abgesamt wurden.

Verkauf Herbstgitzi bei Strahleziegen

«Bei den Strahlenziegen haben wir den Verkauf von Herbstgitzi lanciert. Werden die Gitzi erst im Herbst geschlachtet, ermöglicht das eine bessere Selektion», nennt Ammann ein weiteres Beispiel.

«Und im Fall der Capra Grigia deckten wir die ersten Aufbaujahre des Rassenerhaltungsprojekts mit Spendengeldern ab, bis sich nach 12 Jahren ein Verein gebildet hat, der Tierzuchtfördergelder für die Herdebuchführung beantragen und Erhaltungsprojekte einreichen kann.»

Bund zahlt lediglich 80 Prozent für Erhaltungsprojekte

Erschwerend sei, dass der Bund seit Anfang 2017 nur noch 80 Prozent der Projektkosten von Erhaltungsprojekte zahle, 20 Prozent müssen von den Antragstellern in Form von Geld oder Eigenleistung aufgebracht werden, weiss Ammann. «Das verunmöglicht Projekte mit hohen externen Kosten wie  Gen-Typisierungen.»

Corinne Boss bestätigt, dass es nicht im Sinn des Bundes ist, dass die Gelder nicht ausgeschöpft werden, auch wenn der Rest in   die klassischen Tierzuchtfördermassnahmen umgelagert wird. «Der Bund sucht Lösungen, wie erhaltenswerte Schweizer Rassen gezielter gefördert werden können.»

Erhaltungsprämie als mögliche Massnahme


Im Rahmender Tierzuchtstrategie 2030 wurde die Erhaltungsprämie als eine mögliche Massnahme diskutiert. «Diese würde an die Züchter von erhaltenswerten   Rassen ausgerichtet. Anforderungen wie die Art der züchterischen Massnahme oder der Einbezug der genetischen Diversität sind Teil der aktuellen Diskussion», präzisiert Corinne Boss.

Ammann würde   solche Prämien begrüssen: «Das wäre eine gute direkte Förderung zusätzlich zu den Projekten.»
Wie sieht es bei Euch aus? Seid Ihr bereits im Besitz erhaltenswerter Nutztierrassen? Oder würdet Ihr Euch für eine Prämie sogar welche zulegen? Stimmt ab und diskutiert mit.


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