23.10.2015 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Australien
Trockenheit macht Kängurus aggressiv
Im Bundesstaat Queensland im Osten Australiens fordern Gemeinden von der Bundesregierung Gelder an, um ihre Dörfer mit Zäunen gegen Kängurus zu schützen, weil diese auf Futtersuche vor nichts mehr zurück schrecken.

Wie viele Gebiete im Busch Australiens leidet auch die ländliche Grafschaft Barcoo unter einer anhaltenden Trockenheit. In dem nur spärlich besiedelten Gebiet wohnen auf 60‘000 Quadratkilometern bloss rund 350 Menschen. Dennoch sind diese von den wachsenden Känguruherden bedroht und fordern aus dem Trockenheitsfonds der Bundesregierung Gelder für einen rund 55 Kilometer langen kängurusicheren Zaun.

„Die Herden wachsen und wenn man 120 Tiere gezählt hat, verliert man die Übersicht“, erzählt Gemeindepräsidentin Julie Groves gegenüber Journalisten. „Wenn sie im trockenheitsgeplagten Umland kaum mehr Futter finden, kommen sie zu den Siedlungen und Dörfern, werden aggressiv und bedrohen die Menschen, vor allem Kinder und ältere Menschen. Mir wurde erzählt, dass eine ältere Frau von einem grossen Känguru angegriffen und zu Boden geworfen wurde“, so Groves.

Auch wenn die meisten Leute Kängurus sympathisch finden und es sich um einheimische Tiere handelt, ist das Fass am überlaufen. Abhilfe schaffen Kängurujäger: Sie dezimieren die Herden ausserhalb der bewohnten Gebiete. Andererseits sollen 800‘000 Dollar für Zäune helfen, die Känguruplage in den Griff zu bekommen. Damit sollen drei Siedlungen, Schulen, Sportanlagen und Friedhöfe eingezäunt werden. Bereits ausgezäunt wurden zwei Landebahnen der fliegenden Ärzte, damit die medizinische Versorgung der Buschbewohner sichergestellt werden kann.

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