20.06.2017 07:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Tote Wölfin: Zweites Verfahren
Im Zusammenhang mit der Anfang Juni bei Jaun FR tot aufgefundenen Wölfin ist ein zweites Verfahren eröffnet worden, diesmal wegen Amtsgeheimnisverletzung. Grund ist, dass ein Polizeijournal in die Hände eines Journalisten gelangt ist.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Zeitung «La Liberté» über eine Hausdurchsuchung bei SVP-Grossrat Roger Schuwey berichtet, im Zusammenhang mit dem Wolfskadaver. Die Zeitung hatte von der Polizei im Haus gefundene Gegenstände aufgelistet und sich dabei auf das Polizeijournal berufen.

Vermutlich vergiftet

Ein Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft sagte am Montag der Nachrichtenagentur, dass ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses eröffnet worden sei. Es gehe um ein von Amtes wegen verfolgtes Delikt, sagte der Sprecher. Der Anwalt von Schuwey hat zudem Anzeige erstattet.

Die tot gefundene Wölfin ist nach bisherigen Vermutungen vergiftet worden. Bis ein Autopsiebericht vorliegt, dürfte es allerdings noch mehrere Wochen dauern. Offen ist auch, ob die Wölfin das Weibchen F13 ist, das zuvor in der Gegend schon gesichtet worden war.

Keine Ahnung, was mit Wolf passiert

Am Ort, an dem der Kadaver der Wölfin lag, waren noch weitere tote Tiere gefunden worden, darunter sechs Füchse und ein Roter Milan. Die Staatsanwaltschaft eröffnete wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz ein Verfahren, gab aber nicht bekannt, gegen wen. Die Person bestreite die Vorwürfe, hiess es lediglich.

Schuwey, der wegen seiner Jagdpraktiken bereits mit der Freiburger Justiz zu tun gehabt hat, wohnt in der Nähe der Fundstelle. Er bestätigte vergangene Woche gegenüber mehreren Medien eine Meldung des Westschweizer Radios, wonach die Polizei sein Haus durchsuchte. Er habe aber keine Ahnung, was mit der Wölfin passiert sei, sagte er in der Sendung «Schweiz aktuell» des Schweizer Fernsehens SRF.

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