20.01.2017 18:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ständerat
Tempodrosselung bei Wolfsjagd
Der Nationalrat will den Wolf zum Abschuss freigeben. Die Umweltkommission des Ständerats tritt nun aber auf die Bremse. Sie hat eine Standesinitiative des Kantons Wallis auf Eis gelegt.

Diese fordert, dass die Berner Konvention über wildlebende Pflanzen und Tiere gekündigt wird und der Wolf gejagt werden darf. Der Wolf gehört heute zu den streng geschützten Tierarten. Unter bestimmten Umständen dürfen einzelne Tiere abgeschossen werden, etwa wenn sie grossen Schaden unter Nutztieren anrichten. Dazu braucht es eine Bewilligung des Bundes.

Ständerat will Gesetzesentwurf abwarten

Darüber, dass der Schutz gelockert werden soll, sind sich die Räte mehrheitlich einig. Sie haben bereits eine Motion des Graubündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen. Diese verlangt, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden kann, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern.

Bei der Standesinitiative des Kantons Wallis waren sich die Räte nicht einig: Der Ständerat lehnte diese ab, der Nationalrat nahm sie an. Die Ständeratskommission will nun die konkreten Vorschläge des Bundesrats zur Umsetzung der Motion abwarten, bevor sie über die Walliser Standesinitiative entscheidet. Das teilten die Parlamentsdienste am Freitag mit. Ein Gesetzesentwurf soll im kommenden Sommer vorliegen.

Erste Vorschläge in der Vernehmlassung

Erste Vorschläge hat der Bundesrat bereits in die Vernehmlassung geschickt: Der Wolf soll künftig zu jenen Tierarten gehören, deren Bestand reguliert werden darf. Der Entscheid über den Abschuss würde damit nicht mehr beim Bund, sondern bei den Kantonen liegen. Die vorgesehene Regelung soll mit der Berner Konvention vereinbar sein.

Deren Spielraum muss nach dem Willen der Ständeratskommission weitestgehend ausgeschöpft werden, heisst es in der Mitteilung. Zudem möchte sie den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von streng geschützt auf geschützt zurückstufen. Damit könnte der Wolf gleich behandelt werden wie etwa der Luchs oder der Steinbock. Die Kommission verlangt vom Bundesrat, sich auf internationaler Ebene dafür einzusetzen.

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