16.02.2017 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wolf
SAV will Wolfsschutz lockern
Die jüngsten Schafrisse im Tessin haben den Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) in Alarmbereitschaft versetzt. Er fordert nun, den Schutzstatus des Wolfes zu lockern und die Massnahmen für den Herdenschutz besser abzugelten.

Innerhalb von drei Tagen seien im Tessin 45 Schafe auf gesicherten Weiden und in einem Stall gerissen worden, teilte der SAV am Donnerstag in einem Communiqué mit. Bereits im vergangenen Sommer habe es eine «rekordverdächtige Anzahl» Schafrisse gegeben. Der SAV kritisierte deshalb das vom Bund ausgearbeitete Wolfskonzept und forderte, dass der Schutzstatus des Wolfs aufgeweicht wird.

Wolf beschäftigt die Räte

Der Wolf gehört heute zu den streng geschützten Tierarten - eine Standesinitiative des Kanton Wallis hatte jedoch gefordert, dass die Berner Konvention über wildlebende Pflanzen und Tiere gekündigt wird und der Wolf künftig gejagt werden darf. Die Umweltkommission des Ständerats trat bei diesem Vorschlag aber Ende Januar auf die Bremse - der Nationalrat dagegen hatte die Initiative angenommen.

Beide Räte sind sich allerdings einig, dass der Schutz des Wolfes gelockert werden sollte. Sie haben bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen. Diese verlangt, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden kann, etwa um die Bildung von Rudeln zu verhindern. Die Ständeratskommission will nun die konkreten Vorschläge des Bundesrats zur Umsetzung der Motion abwarten, bevor sie über die Walliser Standesinitiative entscheidet. Ein Gesetzesentwurf soll im kommenden Sommer vorliegen.

Opferzahlen nach unten korrigiert

Das Tessiner Amt für Jagd und Fischerei hält die SAV-Zahlen dagegen für zu hoch. Anfang Februar habe es in der Nordtessiner Leventina zwei Wolfsangriffe gegeben, bei denen 24 Schafe getötet wurden. Weitere Attacken seien nicht bekannt, teilte das Amt am Donnerstag auf Anfrage mit. Laut dem Amt für Jagd und Fischerei steht die DNA-Analyse der Wolfsspuren noch aus. Sie wird von der Universität Lausanne angefertigt und soll in der kommenden Woche vorliegen.

Ebenfalls keine Neuigkeiten gebe es von der interkantonalen Kommission zum sogenannten Wolfsmanagement. Sie wurde bereits Anfang Februar in die Angelegenheit eingeschaltet. Ab 25 gerissenen Schafen sei es ihr vorbehalten, einen Abschuss des besagten Wolfs anzuordnen, hiess es beim Tessiner Amt für Jagd und Fischerei.

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