6.08.2015 17:49
Quelle: schweizerbauer.ch - ral
Graubünden
Puschlav: Wolf reisst 24 Schafe
Auf einer Alp im Puschlav treibt sich ein Wolf umher. Im Bündner Südtal hat Isegrim in vier Wochen 24 Schafe gerissen. Die Bauern erwägen nun, die Schafe ins Tal zu treiben.

Titus Zangger ist erfahrener Älpler und sömmert seine Schafe schon seit Jahren im Puschlav hoch über Brusio. Die Weiden erstrecken über 1000 Hektaren, teils über die Landesgrenze nach Italien. Doch diesen Sommer ist das Älplerleben anders: Ein Wolf hat in den letzten vier Wochen schon 24 seiner rund 350 Schafe gerissen.

Er holte Hilfe beim Bündner Veterinärdienst und bei der Beratungsstelle am Plantahof. «Wir treiben die Tiere nun nachts in einen Pferch, den wir erstellt haben. Am Sonntag sollten zwei Herdeschutzhunde kommen. Daraus wurde aber nichts. Das Wolfskonzept wird sehr unprofessionell umgesetzt und dient nur dem Wolf», sagt er entnervt. 

Carlo Mengotti ist Herdenschutzberater am Plantahof. «Es ist sicher ein Wolf. leider hat ihn noch niemand fotografieren können», sagt er. Die Alp ist sehr weitläufig und schwierig zu behirten. Das Alpteam mache es aber bestens. Daran liege es nicht. Offensichtlich habe die Chemie des Herdenschutzteams des Bundes mit der des Alpteams nicht harmoniert. Der Alpmeister zieht in Erwägung, die Tiere ins Tal zu bringen. «Das Problem ist noch nicht gelöst, aber wir bemühen uns um eine Einigung», so Mengotti.

Wenn der Wolf innert Monatsfrist 28 Schafe reisst, könne man abschiessen. Doch das werde hinausgezögert. Erst müssten die Untersuchungsresultate vorliegen. «Wir Bauern halten uns an Tierschutzvorschriften. Aber der Wolf darf die Tiere einfach quälen. Wir sind es leid, nur noch tote Schafe suchen und ansehen zu müssen», sagt Zangger.

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