24.01.2013 17:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Zürich
Mit Kriegsgerät gegen Wildschweine ankämpfen
Wildschweine sorgen in verschiedenen Kantonen für massive Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen. Zwei Zürcher Kantonsräte möchten den Schwarzkitteln mit dem Nachsichtgerät zu Leibe rücken. Die Regierung lehnt das Ansinnen ab.

Besonders in der Nordost- und Nordwestschweiz sorgen die Schwarzkittel für grössere Probleme. Diese pflügen die Felder regelrecht um, und dank eines Mastjahres haben sie sich massiv vermehren können. Die Bejagung von Wildschweinen ist aber schwer, die cleveren Tiere können sich den Kugeln immer wieder entziehen.

Sichere Jagd

Die beiden Zürcher Kantonsräte Martin Farner (FDP) und Michael Welz (EDU) regten an, das Schwarzwild mit Hilfe von Nachtsichtgeräten zu bejagen. Der Kantonsrat wird den Vorstoss kommenden Montag beraten, wie die „Aargauer Zeitung“ in ihrer Donnerstagsausgabe schreibt. Die beiden Landwirte argumentieren, dass die Schäden ein zu grosses Ausmass angenommen hätten und Schutzmassnahmen wie Zäune keine Wirkung zeigten.

Sie fordern nun vom Regierungsrat, dass dieser Nachtsichtgeräte für die Wildschweinjagd erlaubt und sich beim Bund für eine Revision der Jagdverordnung einsetzt. Die beiden Kantonsräte heben hervor, dass es in der Nacht sicherer sei, mit dem Hightech-Gerät zu jagen, da so nicht auf falsche Ziele geschossen werde.

Gemäss der Regierung blieben Schäden konstant

Der Regierungsrat hat aber für den Vorstoss kein Gehör. Das Amt des zuständigen Baudirektors Markus Kägi, selber ein Jäger, betont, dass Nachsichtgerät für den Kriegseinsatz gebaut worden seien und somit dem Kriegsmaterialgesetz unterstände. Ein Erwerb sei daher verboten.

Zudem werden gemäss Angaben der Regierung die Schäden nicht immer grösser. Wie die „Aargauer Zeitung“ schreibt, haben sich diese in den vergangenen Jahren zwischen 220’000 und 250'000 Franken bewegt. Die sei im Vergleich zu anderen Kantonen ein tiefer Wert.

Aargau testete

Vier Aargauer Jäger konnten Nachtsichtgeräte mit dem Einverständnis des Kantons testen. Allerdings wurden in den Gebieten, wo die Zielvorrichtung für die Jagd eingesetzt wurde, nicht eine höhere Anzahl Wildschweine geschossen. Deshalb lehnt auch der Zürcher Regierungsrat einen Einsatz auf seinem Hoheitsgebiet ab.

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