11.10.2017 11:34
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Maienfeld: 17 Schafe gerissen
Im Maienfeld im Kanton Graubünden hat vermutlich ein Wolf in der Nacht auf Montag eine Schafherde attackiert. 17 Tiere wurden dabei getötet. Dies berichtet der «Prättigauer&Herrschäftler».

Erneut dürfte es zu einer Wolfsattacke gekommen sein. Der Angriff erfolgte auf der Alp Stürfis bei Maienfeld. Gemäss Hansruedi Möhr, Alpverantwortlicher und Landwirt, waren am Montagmorgen fünf Schafe bereits tot. 12 Tiere hatten so schwere Rissverletzungen, dass sie eingeschläfert werden mussten. Auf der Alp werden rund 1500 Tiere gesömmert. Sie gehört zu den grössten Bündner Alpen.

Eine offizielle Bestätigung mittels DNA-Probe steht noch aus. «Doch welches Tier hätte sonst so ein Massaker anrichten können», fragt sich Möhr. Die Tiere wurden nun ins Tal zurückgeführt, vier Tage früher als geplant. Dort wird überprüft, ob weitere Schafe verletzt worden sind. Ob im kommenden Jahr die Tiere auf die Alp Stürfis zurückkehren werden, ist noch unklar. Es wird geprüft, ob und in welcher Art und Weise auf die nächste Saison Schutzmassnahmen getroffen werden können. Die Gegend gilt als beliebtes Wandergebiet. 

Sicher sei nur, dass es sich nicht um das Calandarudel gehandelt habe, erklärte Hannes Jenny vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei gegenüber der Nachrichtenagenur sda. Maienfeld liege nicht in dessen Territorium. Der Angreifer könne aber ursprünglich vom Calandarudel abstammen. 

Für eine Alp ohne Herdenschutz liege die Zahl der gerissenen Tiere «etwa im üblichen Rahmen», sagt Jan Boner vom Beratungszentrums Plantahof. Ein Herdenschutz ist gemäss Boner auf der Alp Stürfis in Vorbereitung, aber noch nicht umgesetzt. «Der Wolf war schneller. Es war Pech», so Boner.

Bereits in der Nacht auf Sonntag soll in Einsiedeln SZ ein Wolf eine Schafherde angegriffen haben. Vier Tiere wurden getötet, berichtete der TV-Sender «TeleZüri». Die Bauern fürchten nun um ihre Tiere.

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