19.10.2018 12:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Olma
Höchstpreis von 4050.- für Blüemli
An der 14. Fleischrinderauktion am Freitag an der Olma zeigten sich zwar prächtige Rinder, entweder trächtig oder mit Kalb bei Fuss. Die Preise allerdings waren auch schon höher, was die Käufer freute.

Die 14. Fleischrinderauktion an der Olma profitierte von   idealen Bedingungen. Das Wetter spielte einmalig mit und der Auktionator Urs Jaquemet stellte 21 prächtige Rinder in Aussicht. «Für einmal zeigen wir ausschliesslich Produktionstiere, also keine Herdebuchtiere», sagte er. «Diese schönen und schweren Tiere eignen sich ideal für die Herstellung des Labelfleisches. Die Käufer kommen in den Genuss von guten Ergänzungen ihrer Herden.»

Und er betonte, dass die vielen bereits geborenen Kälber das Risiko für die Käufer stark minimieren würde. Nicht zuletzt sei bei den aktuellen Wetterverhältnissen die Chance einer erfolgreichen Integration der Tiere in die eigene Herde bestens.

Folgen der Trockenheit

Skeptisch war der Auktionator in Bezug auf die Preise, denn die Trockenheit hatte viele Notverkäufe verursacht und die Fleischpreise unter Druck gesetzt. «Es kann sein, dass die einen und anderen  mit Zukäufen zögern», sagte er.

«Willige Käufer hingegen können von der Situation profitieren und zu sehr korrekten Preisen neue Tiere erstehen.» Er sollte recht behalten. Stiegen die Preise für die besten Tiere früher bis auf 4500 und mehr Franken, so erzielte dieses Jahr Blüemli mit 4050 Franken den höchsten Preis.

Zur Passion geworden

Zu den Käufern gehörten Susanne und Urs Guetg aus Savognin GR. «Für uns gehört die Olma jedes Jahr zum Programm», erzählten sie. «Wenn immer möglich schauen wir, dass wir den Tag der Mutterkühe dafür benützen können.» Der Kauf eines Tieres war für sie nicht zwingend, denn auch sie sind mit Futter für den Winter nicht gesegnet worden in diesem Jahr. Weil sie aber ein Tier weggeben, machten sie an der Auktion mit, und dies mit Erfolg.

Sie ersteigerten sich für 4000 Franken das Rind Kira. «Als Simmentaler passt sie ideal in unsere Herde von 35 bis 40 Mutterkühen.» Dass sie vor zehn Jahren mit dem Melken aufgehört haben, bereuen sie keine Sekunde. Die Mutterkühe sind zu ihrer Passion geworden. Als Besonderheit erwähnen sie, dass ihre Kühe nie auf der Alp kalbern. «Deshalb sind seit August bei uns  auf dem Hof  23 Kälber zur Welt gekommen.»

Preise blieben günstig

Zu den regelmässigen Besuchern und Käufern gehört Edi Tanner aus Teufen ZH. Er, respektive seine 17-jährige Tochter Jenny, ersteigerte sich gleich drei Kühe, alle im Bereich von 3500 Franken. «Wir haben uns die Tiere vorgängig angeschaut, jene ausgesucht, die uns gefallen, und die Preise besprochen», sagte Edi Tanner.

 «Während der Auktion machten wir die erfreuliche Erfahrung, dass wir die neuen Tiere günstig bekommen haben.» Jenny ist im Mitbieten bereits erfahren, machte sie doch schon in den vergangenen Jahren mit. «Ich fühle mich in der Landwirtschaft wohl», sagte sie. «Deshalb habe ich mich für die landwirtschaftliche Lehre entschieden, die ich im zweiten Lehrjahr in Gossau SG absolviere.» Zuletzt erwähnt Edi Tanner eine Tatsache, mit der jeder Käufer umgehen muss. «Es gibt auch ersteigerte Tiere, mit denen wir Pech hatten, und die schon nach kurzer Zeit nicht mehr in unserem Stall standen.»


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