11.03.2014 11:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
GR: Wolfsrudel wird enger überwacht
Das wachsende Bündner Wolfsrudel wird noch enger überwacht. In einem Pilotprojekt sind an die 30 Fotofallen im Haupt-Lebensraum des Rudels auf dem Calanda- und dem Ringelspitz-Massiv platziert worden.

Die Fotofallen, von Bewegungsmeldern ausgelöste Kameras, sind nach einer wissenschaftlich abgestützten Anordnung angebracht worden, wie das Bündner Amt für Jagd am Dienstag mitteilte. Bereits liegen eindrückliche Nahaufnahmen der Calanda-Wölfe in winterlicher Landschaft vor.

Vorhaben «wohlwollend unterstützen»

Allfällige Fotos von Personen, welche in die Fotofallen tappen, würden umgehend gelöscht, versichert das Amt für Jagd. Es ruft die Bevölkerung auf, das Vorhaben «wohlwollend zu unterstützten».

Durchgeführt wird das Pilotprojekt zur Weiterentwicklung des Wolfs-Monitoring im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) von der Raubtier-Forschungsstelle KORA. Das Projekt soll neue Erkenntnisse liefern, um Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden. Hauptziel ist die frühzeitige Erkennung von sich abzeichnenden negativen Entwicklungen.

Fotofallen wurden für das Wolfs-Monitoring in Graubünden bereits früher regelmässig eingesetzt, allerdings nicht in dem Ausmass, wie das im Pilotprojekt geschieht. Zudem werden die Wölfe von Wildhütern direkt überwacht.

Calanda-Wölfe überqueren erstmals den Rhein

Dank diesem Monitoring weiss man in Graubünden recht genau über das Streifgebiet des wachsenden Rudels Bescheid. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass die Wölfe diesen Winter erstmals den Rhein überquerten und in Gemeinden südlich des Flusses unterwegs waren. Bestätigt ist das Auftauchen der Grossraubtiere in Bonaduz, Rhäzüns und Domat/Ems.

Im Gegensatz zum amtlichen Monitoring soll der Einsatz von Fotofallen für jagdliche Zwecke massiv eingeschränkt werden. Der Bundesrat beauftragte Mitte Februar das BAFU, Fotofallen für die Jagd so weit wie möglich zu verbieten. Grund ist der Datenschutz, da auch Menschen von den Fotofallen fotografiert werden könnten.

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