17.03.2016 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Graubünden
GR: Wolf wurde erschossen
Auf dem Gemeindegebiet von Sils i.D. GR wurde ein Kadaver eines Wolfes entdeckt. Das Raubtier ist an den Folgen mehrerer Schrottschüsse gestorben. Vergangene Woche wurde aus dem Wallis ebenfalls ein illegaler Wolf-Abschuss gemeldet

Der Wolf im Kanton Graubünden wurde am 15. März 2016 unterhalb einer Strassenbrücke gefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um ein männliches Jungtier, dass 2015 geboren wurden, teilt das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden mit.

Anzeige gegen Unbekannt


Abklärungen des pathologischen Instituts der Universität Bern haben ergeben, dass der Wolf an den Folgen mehrerer Schrotschüsse gestorben ist. Der Tod dürfte bereits vor einigen Tagen eingetreten sein. Die Behörden gehen davon aus, dass das Raubtier nicht an der Fundstelle beschossen wurde, sondern als Kadaver über den Rand der Strassenbrücke ins Tobel entsorgt wurde. Das Amt für Jagd und Fischerei hat bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Anzeige gegen Unbekannt erhoben.

Vergangene Woche wurde bereits aus dem Wallis ein illegaler Abschuss eines Wolfes bestätigt.  Es stehe fest, «dass der Wolf an den Folgen einer Schussverletzung gestorben ist», teilte die Walliser Staatskanzlei am vergangenen Samstag mit. Der Kadaver war bereits am 7. März gefunden worden - von einem Fischer am Ufer der Rhone westlich von Raron.

Die zuständige Walliser Dienststelle hat Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Der Abschuss ist ein Verstoss gegen die geltende Jagdgesetzgebung.

Gefängnis bis zu einem Jahr


Er sei empört über den zweiten illegalen Wolfsabschuss innert kurzer Zeit, teilte der WWF mit. Es dürfe nicht sein, dass «Wilderer einfach nach Belieben Wölfe abknallen». Der Ständerat habe den Schutz des Wolfes schliesslich erst kürzlich bestätigt. Wilderei sei kein Kavaliersdelikt, betonte der WWF. Es sei zu hoffen, dass die Schuldigen gefunden und hart bestraft würden.

Beim illegalen Abschuss des Jungwolfes handelt sich um einen Verstoss gegen das eidgenössische Jagdgesetz. Wird der Täter erwischt, muss er mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe rechnen, wie es bei der Bündner Staatsanwaltschaft auf Anfrage hiess. Ist der Schütze im Besitz eines Jagdpatentes, kann es ihm entzogen werden.

Ermittlungen im letzten Fall eingestellt


Der letzte illegale Wolfsabschuss in Graubünden datiert von Anfang Januar 2014. Das Jungtier, das zum Calanda-Rudel gehörte, wurde von einem Unbekannten angeschossen und litt tagelang Qualen, bevor es starb. Der Schütze wurde nie gefunden, die Ermittlungen wurden Ende 2014 eingestellt.

Ebenfalls Anfang 2014 erschoss ein Jäger im Raume Domleschg irrtümlich einen Wolf. Der Mann befand sich auf der Passjagd nach Füchsen, als ihm der Irrtum unterlief. Nachdem der Jäger den Fehler bemerkt hatte, erstattete er Selbstanzeige bei der Wildhut.

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