26.01.2014 06:38
Quelle: schweizerbauer.ch -
Zürich
Flughafen Zürich darf keine Mäusebussarde mehr abschiessen
Mitarbeiter des Flughafens Zürich haben innert weniger Monate 17 Mäusebussarde abgeschossen. Das seien zu viele, fanden die Behörden: Sie zogen eine Sondergenehmigung zurück, welche dem Flughafen den Abschuss der geschützten Bussarden in Einzelfällen erlaubt hatte.

Flughafensprecher Michael Stief bestätigte am Samstag auf Anfrage eine Meldung der Zeitschrift «Tierwelt», die von mehreren Medien aufgegriffen worden war. Der Flughafen Zürich hatte die Genehmigung 2012 beantragt, weil die Zahl der Vögel, die mit Flugzeugen kollidierten, angestiegen war.

Sicherheit kann gefährdet sein

Bei diesen so genannten Vogelschlägen können nicht nur Schäden am Flugzeug entstehen. Auch die Sicherheit kann gefährdet sein: Manchmal, wenn etwa ein Triebwerk beschädigt ist, zwingt ein solcher Zwischenfall einen Piloten zur Umkehr.

Im August 2012 stellte der Kanton dem Flughafen daher eine Sondergenehmigung aus, welche Einzelabschüsse von Mäusebussarden erlaubte, wenn diese die Flugsicherheit gefährdeten. Doch von dieser Sondergenehmigung machte der Flughafen aus Sicht der Behörden zu oft Gebrauch: In der Zeit von August bis Dezember 2012 wurden 17 Bussarde erlegt.

Entscheid angefochten

Das seien zu viele, um noch als Einzelabschüsse zu gelten, fanden die Behörden und zogen die Sondergenehmigung Ende 2012 wieder zurück, wie die «Tierwelt» jetzt publik machte. Die Flughafenverantwortlichen sehen dies jedoch anders: Von der Ausnahmeregelung für die Mäusebussarde sei nur dann Gebrauch gemacht worden, wenn dies wirklich nötig gewesen sei.

Der Flughafen Zürich hat den Rückzug der Sondergenehmigung deshalb angefochten, wie Sprecher Stief bestätigte. Zurzeit liege der Ball bei der Baudirektion des Kantons Zürich. Weitere Angaben machte Stief mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

«Mäusezaun» soll Bussarden die Beute wegschnappen

Obwohl der Flughafen Zürich nun keine Mäusebussarde mehr abschiessen darf, ist die Zahl der Kollisionen zwischen Vögeln und Flugzeugen nicht in die Höhe geschossen. Die Vogelschlagrate bewegte sich 2013 etwa auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, wie Stief sagte.

Die Flughafenverantwortlichen setzen seit Längerem bereits auf eine ganze Reihe von Massnahmen, um die Vögel fernzuhalten. Um das Gelände weniger attraktiv für die Bussarde zu machen, existiert beispielsweise ein Zaun, an dem Mäuse mit Fallen getötet werden. Dadurch soll den Vögeln die Nahrung wegfangen werden. Auch werden regelmässig Schwärme verscheucht.

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