30.04.2016 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Fachleute überzeugt: Bären und Menschen können zusammenleben
Bären und Menschen können zusammenleben, allerdings sind dazu gesellschaftliche Anpassungen erforderlich. Das ist die Quintessenz des ersten Bärensymposiums der Schweiz, das am Freitag im bündnerischen Landquart durchgeführt wurde.

An der Veranstaltung des WWF und von Pro Natura diskutierten Fachleute aus der Schweiz, Italien und Slowenien über die Herausforderungen, die mit der Rückkehr des Bären in die Schweiz verbunden sind. Nachdem das letzte frei lebende Exemplar am 1. September 1904 im Val S-charl im Unterengadin geschossen worden ist, wandern seit 2005 wieder regelmässig Bären aus Norditalien nach Graubünden.

Information entscheidend

Am Bärensymposium zeigte sich Claudio Groff von der Frost- und Wildtierverwaltung der norditalienischen Provinz Trentino laut Angaben der Umweltorganisationen überzeugt, dass Bären und Menschen in den Alpen zusammenleben können. Entscheidend seien die Information der Bevölkerung und die Lösung von Konflikten sowie die Bereitschaft, gewisse Kosten und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen.

Laut dem Bündner Jagdinspektor haben nur unauffällige und scheue Tiere eine Chance auf ein Zusammenleben mit dem Menschen. Schwierig werde es für Problembären. Unabdingbar bei der Rückkehr des Bären ist gemäss Brosi die Akzeptanz durch die lokale Bevölkerung.

Nur unauffällige Bären haben eine Chance

Nach Angaben von WWF und Pro Natura wurde am Symposium deutlich, dass die Rückwanderung des Bären gesellschaftliche Anpassungen erfordert. Der Schutz von Nutztier-Herden und Bienenstöcken, ein Abfallmanagement sowie das Fernhalten der Raubtiere von Siedlungen seien die Knackpunkte für das Zusammenleben.

Ob solche Anpassungen gelängen, hänge weniger vom Bären, seiner Biologie oder seinen Lebensraum-Ansprüchen ab, als vielmehr «von unseren Bildern und unserem Willen», schreiben WWF und Pro Natura.

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