24.03.2014 14:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Engadin: Wolf tötet Hirsche und Reh
Ein Wolf hat im Unterengadin vermutlich zwei Hirsche und ein Reh gerissen. Nachgewiesen wurde das Raubtier im Raum zwischen Susch und Ardez, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Montag mitteilte.

Es sei durchaus möglich, dass es sich beim gesichteten Tier um jenen Wolf handle, der vor zwei Wochen im Oberengadiner Val Fex beobachtet wurde, meldete das Amt weiter. Dafür spreche der Umstand, dass in der vorherigen Woche auch Risse in der Val Trupchun im Nationalpark festgestellt worden seien.

Rudel wird immer grösser

Das Amt hält fest, gegenwärtig müsse im ganzen Kanton Graubünden «mit dem plötzlichen Auftreten von einzelnen Wölfen gerechnet werden». Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass Jungwölfe ab März abwanderten und dann in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegten.

Am Calandamassiv im Grenzgebiet der Kantone Graubünden/St. Gallen hat sich im Herbst 2012 das erste Wolfsrudel der Schweiz seit der Rückkehr der Grossraubtiere im Jahre 1995 gebildet. Das Rudel wächst und besteht derzeit aus etwa zehn Tieren. 30 Kameras überwachen den hauptsächlichen Lebensraum des Rudels.

Im Visier der Regierung

Derweil sind die immer mehr werdenden Wölfe ins Visier der Bündner Regierung geraten. Regierungsrat Mario Cavigelli sagte in einem Interview in der Samstagausgabe der Zeitung «Südostschweiz», an einer Bestandesregulierung bei den Wölfen «werden wir in Zukunft nicht vorbei kommen, bei allem Verständnis gegenüber den Wölfen». Der Bund müsse dies ermöglichen. Cavigelli gestand, vom Wolf fasziniert zu sein, genauso wie vom Steinbock und den anderen Wildtieren.

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