8.11.2018 12:13
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Tiergesundheit
Einsatz von Antibiotika halbiert
In den letzten zehn Jahren ist es gelungen, den Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung mehr als zu halbieren. Die Förderung der Tiergesundheit, gezielte Zucht oder der Einsatz von Komplementärmedizin sind hilfreiche Faktoren.

Die bevorstehenden Antibiotika-Awareness-Woche verfolgt das Ziel, anhand Sensibilisierungs- und weiteren Massnahmen den Einsatz von Antibiotika sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin zu reduzieren. Antibiotika konnte seit ihrer Entdeckung unzählige Leben retten. Wird sie aber zu oft angewendet, bilden Krankheitserreger immer öfter Resistenzen, wodurch die Wirkung von Antibiotika verloren geht.

Wie die Schweizer Landwirtschaft in einem Communiqué schreibt, wird schon länger daran gearbeitet, die Tiergesundheit gezielt zu fördern und nach Möglichkeit kranke Tiere ohne Antibiotika zu behandeln. In den vergangenen zehn Jahren ist es gelungen, die Verwendung von Antibiotika in der Veterinärmedizin um mehr als die Hälfte zu minimieren. Ab 1. Januar 2019 wird jeder Einsatz in der Landwirtschaft in einer Antibiotikaverbrauchsdatenbank erfasst. In Zukunft kann die Landwirtschaft damit noch gezielter an der weiteren Reduktion arbeiten.

Vobeugemassnahmen


Bereits laufen zahlreiche spezifische Projekte bei den verschiedenen Nutztierarten, um nicht die Ergebnisse der Datenbank abwarten zu müssen. Strenge Hygienemassnahmen bilden die Basis, die vor allem bei in Gruppen lebenden, anfälligen Jungtieren einen Krankheitsausbruch verhindern. Allein damit ist es gelungen, dass mehr als 90 Prozent der Geflügel-Bestände in der Schweiz nie mit Antibiotika in Kontakt kommen.

Beim SuisSano-Programm der Schweinebranche wird bereits heute jeder Antibiotikaeinsatz erfasst und ausgewertet. So können die mitwirkenden Betriebe zusammen mit ihren Tierärzten laufend die Tiergesundheit gezielt verbessern und den Antibiotikaeinsatz minimieren. Vor einem Jahr startete der Schweizer Kälbergesundheitsdienst, der die Geburts- und Mastbetriebe mit ganzheitlichen Vorbeugungskonzepten begleitet. Breit angelegte Bestandes Beratungen sollen die Management- und Behandlungskonzepte in Richtung gesunde Kälber optimieren.

Gezielte Zucht

Schweizer Rinderzüchter verfolgen den Ansatz, mittels Zucht die Widerstandskraft beim Milchvieh zu erhöhen. Damit die Milchviehhalter Tierbestände mit möglichst gesunden Eutern aufbauen können, haben sie einen Zuchtwert für das Merkmal „Mastitisresistenz“ entwickelt.

Beim Milchvieh unterstützen die Schweizer Milchproduzenten zudem die Beratungsorganisation Kometian, die komplementärmedizinischen Beratungen, insbesondere mit Einsatz der Homöopathie, in der Tierhaltung anbietet. Damit arbeitet auch Bio Suisse. In der Bioproduktion gelten zudem seit 2017 neue Weisungen zum Einsatz von Antibiotika auf Knospe-Betrieben.

Homöopathie

Dass die Landwirtschaft auf einem guten Weg ist, zeigen zwei Interviews des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands. Eine Tierärztin und eine homöopathisch tätige Bäuerin geben dabei praktische Tipps, schreibt die Schweizer Landwirtschaft. Die Bauernfamilien hätten ein ureigenes Interesse daran, ihren Beitrag zu leisten, um die Wirksamkeit der Antibiotika erhalten zu können.

Würden sie selber erkranken, wären sie auf wirksame Mittel angewiesen. Ebenso zur Behandlung schwer erkrankter Tiere. Der Einsatz von Antibiotika ist zudem immer auch ein wesentlicher Kostenfaktor. Deshalb gilt: Vorsorgen ist besser und günstiger als heilen!


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