10.10.2014 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Alexandra Schröder
Mäuse
Der Herbst ist Mäusefangzeit
Wegen des nassen Sommers werden zurzeit in vielen Regionen nur wenige Mäuse beobachtet. Trotzdem sollte die Mäusebekämpfung nicht vernachlässigt werden. Idealerweise geht man mäusefrei in den Winter.

Trotz des warmen Winters sind in diesem Frühling nur wenige Mäuse gezählt worden. Auch der nasse Sommer hat die Mäusepopulation in Schach gehalten. «Im Herbst haben die Erdhäufen in den Wiesen etwas zugenommen», sagt Ernst Flückiger, Berater für Futterbau am Inforama Emmental.

Auch im Obstbau seien Erdhäufen vorhanden, berichtet Sabine Wieland, Beraterin für Obstbau am Inforama Oeschberg. Sie betont, dass auch Mäuse im Feld sein können, wenn man keine neuen Erdhaufen sieht, wie dies im beispielsweise im Feldobstbau auftreten kann.

Mögliche Schäden

Im Futterbau können Mäuse durch das Abfressen von Pflanzenwurzeln und oberirdischen Pflanzenteilen Ertragseinbussen verursachen. Ausserdem verschmutzen Erdhaufen das Futter. Dieses verschmutzte Futter kann dann zu Fehlgärungen der Silage führen und die Milchleistung reduzieren.

Im Obstbau kann die Frasstätigkeit von Mäusen zum Absterben von ganzen Obstbäumen führen. Gerade während des Winters ernähren sich die Mäuse von den Wurzeln der Bäume und verursachen damit erhebliche Schäden. In einigen Fällen können auch Schäden am Getreide, an den Kartoffeln oder am Gemüse beobachtet werden.

Trotzdem bekämpfen

Auch wenn zurzeit keine grossen Mäusepopulationen beobachtet werden, empfiehlt Flückiger, an der Mäusebekämpfung dranzubleiben. Landwirte würden im Futterbau meist eine dieser zwei Strategien verfolgen: «Entweder man schenkt den Mäusen keine Beachtung und  lässt sie sich selber dezimieren, oder man bekämpft die Mäuse kontinuierlich, auch wenn nur wenige Mäuse da sind. Denn eine Maus im Herbst ergibt acht neue Würfe im Folgejahr.»

Wenn man eine starke Zunahme der Population festgestellt habe, sei es meist zu spät, erklärt der Berater weiter. Aus diesem Grund macht eine unregelmässige Bekämpfung der Mäuse keinen Sinn.

Ähnliches gilt für den Obstbau. Wieland betont, dass die Obstanlagen idealerweise mäusefrei in den Winter gehen. Sie fügt hinzu: «Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für eine Bekämpfung, denn im Herbst ist die Dichte an Mäusen am grössten.» Für die direkte Mäusebekämpfung gibt es verschiedene Varianten. Sie werden zum Beispiel mit einer Topcat-Falle oder durch Vergasen vernichtet oder durch das Aufstellen eines Mäusezauns zurückgehalten.

Indirekte Bekämpfung

Nebst der direkten Bekämpfung gibt einige Punkte bei der Bewirtschaftung zu beachten, um die Mäuse in Schach zu halten. Im Futterbau sollte das Gras nur fausthoch in den Winter geht, denn hohes Gras dient den Mäusen als Versteck. Ein Überweiden der Wiese im Herbst vertreibt ebenfalls die Mäuse. Flückiger fügt hinzu: «Es wurde schon beobachtet, dass in Wiesen mit Wiesenfuchsschwanz weniger Mäuse gesehen wurden. Und Baumnussbäume halten Mäuse fern, da die Blätter unappetitliche Stoffe enthalten.»

Wieland empfiehlt den Obstbauern: «Es ist wichtig, dass Fahrgassen sauber gemulcht werden. Zudem sollten mit Gras bewachsene Baumstreifen laufend kontrolliert und das Gras möglichst kurz gehalten werden. Denn auch hier dient hohes Gras als Versteck für die Mäuse. Ausserdem sollte eine Beweidung der Nachbarswiese vermieden werden, da sonst die Mäuse in die Obstanlage fliehen könnten.»

Bekämpfungsmethoden

Topcat-Falle: Diese Falle eliminiert die Mäuse mechanisch, indem sie zuschnappt. Sie wird im Mäusegang aufgestellt. Sie eignet sich auch, um die Anzahl Mäuse pro Feld ermitteln. www.topcat.ch
Vergasen: Dies dient meist zur Bekämpfung von Herden. Mit hoher Geschwindigkeit wird ein Giftgas in die Gänge eingeleitet und damit die Mäuse getötet.
Mäusezaun: Dieser Zaun verhindert das Einwandern von Mäusen in eine Parzelle. Der Zaun wird mit Fallen ergänzt.

 

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