20.02.2018 13:54
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Nagern geht es an Kragen
Angesichts der rasanten Zunahme von Nutrias in Niedersachsen werden die beiden dortigen Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt die Bekämpfung des Nagetiers auf der Basis eines noch abzustimmenden Erlasses regeln.

Das ist das Ergebnis eines Symposiums zur Eindämmung der Nutria-Population, zu dem die Landwirtschaftskammer Niedersachsen deutsche und niederländische Fachleute eingeladen hatte.

Wie die Kammer berichtete, soll ausserdem eine Arbeitsgruppe aus Experten beider Länder ins Leben gerufen werden, um Strategien zur weiteren Eindämmung der Nutria-Population zu entwickeln.

Fressen Kulturen kahl

Die Wirksamkeit dieser Strategien soll zunächst in einem noch nicht bestimmten grenznahen Versuchsgebiet überprüft werden. Wie die Kammer erklärte, ist die Nutria ein aus Südamerika stammendes und in Wassernähe lebendes Nagetier, das in der Vergangenheit in Pelztierfarmen gezüchtet wurde.

Durch Freilassung habe sie sich in der Natur etabliert und verursache nun unter anderem Kahlfrass an Kulturfrüchten und Wühlschäden an Ufern, Dämmen und Deichen.

Länderübergreifende Strategie nötig


Ausserdem könne sie Krankheiten auf Menschen und Nutztiere übertragen. Den Niederlanden sei es bereits gelungen, die Nutria aus dem Landesinneren zu verdrängen.

Kammerpräsident Gerhard Schwetje betonte, dass ein geeignetes Bekämpfungsmanagement länderübergreifende Strategien erfordere, denn die Nutria mache vor Grenzen nicht halt.

Gelten als invasive Art

In Niedersachsen seien im Jagdjahr 2010/11 rund 4'500 Tiere erlegt worden. Sechs Jahre später seien es bereits 22'000 Nutria gewesen. Die Europäische Union habe die Nutria 2016 in die Liste der „invasiven gebietsfremden Arten“ aufgenommen.

Damit sei die Grundlage für konkretes Handeln geschaffen worden. Die EU-Mitgliedsstaaten seien nun gefordert, gegen die massive Ausbreitung der Art vorzugehen, so Schwetje. Die neue Landesregierung habe in ihrem Koalitionsvertrag die Bekämpfung der Nutria als einen Schwerpunkt des Küstenschutzes und der Deichsicherheit benannt. 

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