14.08.2015 09:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Calanda-Wölfe haben wieder Junge
Die Wölfe am Calanda-Massiv im Grenzgebiet der Kantone Graubünden und St. Gallen vermehren sich weiter prächtig. Sie haben sich bereits zum vierten Mal fortgepflanzt.

Bei einer Beobachtung der Wildhut im Feld hätten gleichzeitig drei Welpen beobachtet werden können, teilten die Bündner Jagdbehörden am Freitag mit. Es müsse folglich von mindestens drei Jungtieren des Jahrgangs ausgegangen werden.

In den vergangenen drei Jahren sind jeweils im Laufe des Herbstes fünf bis sechs Welpen beobachtet und genetisch nachgewiesen worden. Im Calanda-Gebiet lebt das erste und immer noch einzige Wolfsrudel seit der Rückkehr der Grossraubtiere in die Schweiz im Jahre 1995. Erste Hinweise auf die Bildung eines Rudels stammen vom Herbst 2011.

Im Mai zur Welt gekommen

Die Jungen des Jahrgangs 2015 kamen vermutlich Anfang Mai zur Welt und wiegen derzeit schätzungsweise drei bis vier Kilogramm, wie der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi auf Anfrage sagte. Die Eltern des vierten Wolfswurfs in Serie dürften erneut Wölfin F07 und der Rüde M30 sein.

Brosi schliesst nicht aus, dass der gesamte Wurf nicht nur die drei beobachteten, sondern fünf bis sechs Tiere umfasst. Jungtiere ziehen im Alter zwischen zehn Monaten und zwei Jahren weg und suchen sich ein eigenes Revier. Deshalb zählt das Calanda-Rudel relativ konstant acht bis zehn Wölfe.

Sie verlieren die Scheu

Die regelmässigen Wolfsgeburten führten dazu, dass vor allem Jungwölfe zusehends den Respekt vor dem Menschen verlieren, besonders im Winter. Um den nötigen Abstand aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen, ist es laut dem Bündner Jagdinspektor unumgänglich, zwischendurch vereinzelte Tiere zu schiessen.

Solche Aktionen sollen den Wölfen vor Augen führen, dass die Begegnung mit dem Menschen nicht gefahrlos ist. Die nötigen rechtlichen Voraussetzungen wurden auf Bundesebene mit einer neuen Verordnung zum Jagdgesetz geschaffen. Noch nicht definiert sind die Umstände oder Bedingungen für die Abschüsse.

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