8.01.2014 10:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Bündner Wolf erschossen
Die Wildhut des Kantons Graubünden hat in der Nähe von Tamins am 3. Januar einen Kadaver eines Wolfs gefunden. Gemäss ersten Erkenntnissen dürfte es sich um einen im Jahre 2013 geborenen, männlichen Jungwolf des Calanda Rudels handeln. Gestorben ist er wegen einem Streifschuss. Das Tier litt viele Tage lang.

Wie der Kanton in einem Communiqué schreibt, ist der Wolf an einer illegalen Schussverletzung gestorben. Aufgrund der Befunde ist davon auszugehen, dass das Tier noch einige Tage gelebt hat, bevor es an den Folgen der Schussverletzung verendet ist. Die verwendete Munition deutet gemäss den Behörden auf einen gezielten Schuss hin.

Busse bis 20'000 Franken

Für weitere Untersuchungen wurde der Jungwolf dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben. Das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement hat bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Anzeige gegen Unbekannt erhoben. Die für den illegalen Abschuss verantwortliche Person soll zur Rechenschaft gezogen werden, heisst es weiter.

Dem Schützen oder der Schützin drohen nach Bundesrecht eine Busse von bis zu 20'000 Franken oder eine Gefängnisstrafe von höchstens einem Jahr, wie der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig auf Anfrage sagte.

«Der Wolf wurde vor ein bis zwei Wochen angeschossen», sagte Hannes Jenny, Wildbiologe beim Bündner Amt für Jagd und Fischerei, der Nachrichtenagentur sda. An welchem Ort das Tier angeschossen wurde, ist nicht bekannt. Einen Zusammenhang mit dem Auftauchen des zehnköpfigen Wolfsrudels in der Nähe der Gemeinde Tamins sieht Jenny nicht. Das Tier wurde angeschossen, bevor sich das Rudel dem Dorf näherte.

Gemäss Regierung klappt Zusammenleben mit Wolf gut

«Der Abschuss kommt für uns völlig überraschend», sagte Regierungsrat Mario Cavigelli auf Anfrage. Die Bündner Bevölkerung sei wegen der Wolfspräsenz zwar etwas angespannt. Grosse Sorgen seien aber nicht geäussert worden, erklärte der Regierungsrat. Über die Befindlichkeit im st. gallischen Taminatal, wo das Wolfsrudel schon im November beobachtet wurde, konnte Cavigelli nichts sagen.

Der Kanton habe die Bevölkerung aktiv informiert, betonte der Regierungsrat. Wölfe seien nur dann gefährlich, wenn sie angefüttert werde. Wenn sich die Grossraubtiere im Winter Dörfern nähern, würden sie bloss ihrer Beute, Rehen und Hirschen folgen.

Trotz der beträchtlichen Grösse des Rudels klappt das Zusammenleben von Mensch und Tier am Calanda laut dem Regierungsrat gut. Die Wölfe werden von der Wildhut beobachtet und beim Herdenschutz sind «die Hausaufgaben gemacht worden».

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