8.01.2014 13:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wolf
Bündner glauben weiter an Wolfskonzept
Die Bündner Behörden wollen sich nach dem illegalen Abschuss eines Jungwolfes am Calanda-Massiv nicht aus dem Tritt bringen lassen. Sie vertrauen weiterhin auf ihr Wolfskonzept.

«Die Bevölkerung intensiv zu informieren hat die grösste Priorität», sagte Forstdirektor Mario Cavigelli auf Anfrage. Damit habe man schon letzten Winter gute Erfahrungen gemacht, als Wölfe bei Untervaz im Bündner Rheintal fotografiert wurden.

Hausaufgaben gemacht

Die Bevölkerung müsse wissen, dass Wölfe grundsätzlich nicht gefährlich seien, ausser man füttere sie an. Es sei normal, dass die Grossraubtiere im Winter in die Nähe von Dörfern kämen, da sie ihrer Beute in tiefere Lagen folgten.

Die Situation am Calanda-Massiv, wo ein zehnköpfiges Wolfsrudel lebe, habe man gut im Griff, erklärte Cavigelli. Die Wölfe würden von der Wildhut überwacht und beim Herdenschutz seien «die Hausaufgaben gemacht worden». Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, den Jägern und Alpwirten sei gut.

Wilderer droht harte Strafe

Der Abschuss hat den Regierungsrat darum «völlig überrascht». «Es gab im Vorfeld keine Drohungen oder andere Hinweise», sagt er. Ein Unfall sei der Abschuss aber bestimmt nicht gewesen. Aufgrund der verwendeten Munition könne eine Verwechslung, etwa bei der Fuchsjagd, ausgeschlossen werden.

Nach dem Wilderer wird nun intensiv gesucht. Die Untersuchung wird von der Bündner Staatsanwaltschaft geführt. Welche Strafe der Täterschaft droht, kann noch nicht eingeschätzt werden. Mit einer Ordnungsbusse kommt der Schütze oder die Schützin laut Cavigelli aber sicher nicht davon. Selbst eine Freiheitsstrafe ist denkbar

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