29.05.2017 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Bern: Bär nach 190 Jahren zurück
Am vergangenen Freitag wurden in der Gemeinde Eriz Spuren eines Bären entdeckt. Es ist der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren. Wo sich das Tier derzeit aufhält, ist unklar.

Im Kanton Graubünden werden immer wieder Spuren von Braunbären entdeckt. Auch im Kanton Uri wurden in diesem Frühjahr Spuren gesichtet. Der Bär gilt in der Schweiz als einheimische und streng geschützte Art.

Am vergangenen Freitag gelang es nach Angaben der Volkswirtschaftsdirektion einem Mann, den Bären auf dem Gemeindegebiet von Eriz zu fotografieren. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen jungen männlichen Bären, der in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegen kann.

1823 letztmals Bär gesichtet

«Das Wappentier ist in den Kanton Bern zurückgekehrt – das ist ein historischer Moment», lässt sich Jagdinspektor Niklaus Blatter im Communiqué des Kantons zitieren. Die letzte historische Sichtung erfolgte 1823 im Saanenland.  Ob sich der Bär noch im Kantonsgebiet aufhält, ist daher unbekannt. Möglicherweise handelt es sich um das Tier, dass sich im Kanton Uri aufgehalten hat. Der Bär verhielt sich bisher sehr unauffällig. «Das deutet darauf hindeutet, dass es sich um ein sehr scheues Tier handelt», so die Volkswirtschaftsdirektion.

Die Wildhut klärt momentan die Identität des Bären ab. Im Bedarfsfall werden Empfehlungen kommuniziert. «Wir werden die Situation genau beobachten und so viele Fakten zusammentragen wie möglich», so der Jagdinspektor. Er hofft, dass der Bär sich so unauffällig verhaltet wie jener aus dem Kanton Uri. 

Seit 2005 wieder in der Schweiz

Seit 2005 wandern immer wieder Bären aus Norditalien in die Schweiz ein. Im vergangenen Jahr lebten vermutlich drei Tiere im Kanton Graubünden. Einer der Bären geriet im Unterengadin vor einen Zug und wurde tödlich verletzt, einer machte sich im April im Oberengadin bemerkbar und einer wanderte Ende April via Rheinwald nach Thusis.

Dabei handelt es sich laut der bernischen Volkswirtschaftsdirektion wohl um einen Bär, der anschliessend via Trun in die Innerschweiz vordrang. Dort wurde er auf dem Hoch-Ybrig (Kanton Schwyz) und im Kanton Uri registriert. Weil sich dieser Bär auch in der Innerschweiz sehr unauffällig verhielt, glauben die Berner Behörden, dass es sich um dieses Tier handeln könnte.

Das hält Andreas Ryser, Wildtierbiologe und bei der Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (KORA) in Muri bei Bern für Bären zuständig, für plausibel. «Es ist gut möglich, dass es dieser Bär ist», sagte er am Montag auf Anfrage. Wenn es dieser Bär sei, sei er als Jungbär auf Wanderschaft und wohl via Susten und Brünig gekommen.

Was beim Zusammentreffen mit einem Bären zu tun ist:

Melden Sie bitte umgehend jede Bärenbeobachtung (Beobachtung, Spur, Kot) dem Wildhüter oder dem Jagdinspektorat.

Falls Sie einem Bären begegnen: Der Bär ist ein Raubtier, halten Sie Distanz! Bleiben Sie ruhig stehen und machen Sie mit möglichst natürlichem Reden auf sich aufmerksam. Versuchen Sie auf keinen Fall, sich dem Bären anzunähern. Ziehen Sie sich langsam zurück (nicht rennen). Kanton Bern

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